20. Mrz (Reuters) - Es folgen Nachrichten rund um die Entwicklungen im Nahen Osten. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
19.50 Uhr - Der Irak erklärt Insidern zufolge "Force Majeure" für alle von ausländischen Ölkonzernen erschlossenen Ölfelder und beruft sich damit auf höhere Gewalt bei Lieferausfällen. Die Militäreinsätze in der Region hätten den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unterbrochen und verhinderten den Export des Großteils des irakischen Rohöls, verlautet aus dem Ölministerium. Eine offizielle Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
19.17 Uhr - Die britische Regierung erlaubt den USA die Nutzung ihrer Militärbasen für Angriffe auf iranische Raketenstellungen, welche die Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohen. Dies wird nach Beratungen des britischen Kabinetts über die Lage dort bekanntgegeben. Das Abkommen zur kollektiven Selbstverteidigung der Region umfasse US-Einsätze zur Zerstörung derartiger Raketenstellungen, teilt das Büro von Premierminister Keir Starmer mit.
18.15 Uhr - Der Iran ist einem Medienbericht zufolge nicht zu Verhandlungen über eine Öffnung der Straße von Hormus bereit, solange er angegriffen wird. Die Meldung der Agentur Bloomberg bezieht sich auf die faktisch blockierte Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Erdgastransports läuft.
17.41 Uhr - Im Zuge des Nato-Abzugs aus dem Irak sind auch Bundeswehrsoldaten des Einsatzes "Nato Mission Iraq" (NMI) von Bagdad nach Hause geholt worden. Sie seien gestern wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt, gibt das Verteidigungsministerium bekannt. Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigt sich erleichtert. "Wir haben mit mehreren A400M Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen", erklärt er unter Verweis auf Transportflugzeuge des Typs. "Darunter selbstverständlich auch das anderer Partnernationen." Im Nordirak und in Jordanien nehmen knapp 200 deutsche Soldaten weiter an den Einsätzen "Counter Daesh" und "Capacity Building Iraq" teil.
16.10 Uhr - Die Nato verlegt das gesamte Personal ihrer Irak-Mission aus dem Nahen Osten nach Europa. Der Nato-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Alexus Grynkewich, dankt dem Irak und den Verbündeten für die Unterstützung bei dem sicheren Abzug. Der Einsatz werde vom Hauptquartier im italienischen Neapel aus fortgesetzt, teilt das Militärbündnis weiter mit. Die Mission berät die irakischen Sicherheitskräfte und ist nach Nato-Angaben nicht an Kampfeinsätzen beteiligt.
16.00 Uhr - Der geistliche Führer des Iran, Ajatollah Modschtaba Chamenei, weist eine Verwicklung seines Landes in Angriffe auf die Türkei und den Oman zurück. Diese seien weder vom Iran noch von verbündeten Kräften ausgeführt worden, erklärt Chamenei in einer Mitteilung. Auf seinem Telegram-Kanal betont er zudem, der Iran glaube fest an eine Stärkung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten. In diesem Zusammenhang ruft er Afghanistan und Pakistan auf, ihre Beziehungen zu verbessern, und bietet iranische Hilfe an. Zudem ruft Chamenei laut dem Staatsfernsehen das neue iranische Jahr zum Jahr einer "widerstandsfähigen Wirtschaft im Schatten von nationaler Einheit und nationaler Sicherheit" aus.
15.20 Uhr - Die USA verlegen Insidern zufolge Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten. Dies sagten drei US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.
14.45 Uhr - US-Präsident Donald Trump greift die Nato-Verbündeten wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg der USA und Israels gegen den Iran scharf an. "Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger!", schreibt Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Er bezeichnet die langjährigen Verbündeten als "Feiglinge" und fügt hinzu: "Wir werden uns daran erinnern!"
14.45 Uhr - Die Nato hat einem Medienbericht zufolge mit einem vorläufigen Abzug von Personal aus dem Irak begonnen. Grund sei die angespannte Lage in der Region, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur des Irak unter Berufung auf Sicherheitskreise. Bei dem Einsatz der Militärallianz handele es sich um eine reine Beratungsmission, fügt der Insider demnach hinzu. Das Personal werde zurückkehren, sobald der Krieg ende und sich die Sicherheitslage im Irak stabilisiere.
14.30 Uhr - Die Ukraine entsendet 228 Spezialisten zur Drohnenabwehr in den Nahen Osten. Kiew arbeite mit dortigen Staats- und Regierungschefs an der Unterzeichnung "ernsthafter Abkommen", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Zudem setzten ukrainische und US-Arbeitsgruppen ihre Arbeit an bilateralen Dokumenten fort. Bei einem Treffen in den USA am Wochenende solle ein weitreichendes Drohnen-Abkommen besprochen werden, erklärt Selenskyj weiter.
13.55 Uhr - Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte. Es könne bis zu sechs Monate dauern, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen. "Es wird für einige Anlagen sechs Monate dauern, bis sie wieder betriebsbereit sind, für andere noch viel länger", sagt er der "Financial Times". Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Störung. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung sei in der Region blockiert.
13.30 Uhr - Die Schweiz genehmigt unter Berufung auf ihre Neutralität wegen der Angriffe auf den Iran bis auf Weiteres keine Waffenexporte mehr in die USA. "Die Ausfuhr von Kriegsmaterial in Länder, die in den internationalen bewaffneten Konflikt mit dem Iran verwickelt sind, kann für die Dauer des Konflikts nicht genehmigt werden", teilt die Regierung mit. "Ausfuhren von Kriegsmaterial in die USA können derzeit nicht genehmigt werden."
13.20 Uhr - In Großbritannien sind einem Zeitungsbericht zufolge zwei mutmaßliche iranische Spione festgenommen worden. Die beiden hätten am Donnerstag versucht, in den Stützpunkt der britischen Atom-U-Boote in Schottland zu gelangen, berichtet die "Sun".
13.10 Uhr - Die Ukraine hat Militäreinheiten in fünf Länder des Nahen Ostens entsandt, um dort zum Schutz von kritischer und ziviler Infrastruktur vor Drohnenangriffen beizutragen. Das teilt der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, nach einem Besuch in der Region mit. Er habe in der vergangenen Woche die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Jordanien besucht. In jedem dieser Länder seien nun ukrainische Einheiten im Einsatz, schreibt Umjerow auf der Plattform X. Zudem seien weitere Schritte für eine "langfristige Sicherheitskooperation" mit jedem der Staaten skizziert worden. "Es wurden Abfangeinheiten zum Schutz ziviler und kritischer Infrastruktur stationiert", erklärt er. "Es wird auch daran gearbeitet, die Abdeckungsgebiete zu erweitern." Der Regierung in Kiew zufolge haben fast ein Dutzend Länder weltweit um Hilfe und Beratung bei der Abwehr von Angriffswellen mit billigen Kamikaze-Drohnen gebeten. Russland setzt solche Drohnen vom iranischen Typ "Schahed" seit Jahren gegen die Ukraine ein. Der Iran nutzt sie im Krieg in Nahost.
12.50 Uhr - Eine Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl könnte nach den Worten von US-Energieminister Chris Wright binnen weniger Tage Lieferungen nach Asien ermöglichen. "Binnen Tagen, binnen drei oder vier Tagen, wird dieses Öl anfangen, in den Häfen anzukommen", sagt Wright in einem Interview mit dem Sender Fox Business Network. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag erklärt, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See bald aufheben. Die US-Regierung wolle damit die wegen der iranischen Schließung der Straße von Hormus stark gestiegenen Preise eindämmen.
12.00 Uhr - Angesprochen auf Forderungen nach einer Absenkung der Stromsteuer für alle oder einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne sagt Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin, es würden mögliche Optionen geprüft. Die Regierung habe bereits erste Maßnahmen für eine stärkere Regulierung von Preiserhöhungen an Tankstellen sowie zur Schärfung des Kartellrechts beschlossen. Dies sollte nun erstmal wirken. "Wir beobachten die Lage natürlich weiter."
11.55 Uhr - Das russische Außenministerium hat den israelischen Botschafter in Moskau einbestellt, um formell gegen einen Raketenangriff im Südlibanon zu protestieren. Bei dem israelischen Angriff am Donnerstag seien Journalisten des russischen Staatsfernsehens verletzt worden, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Dem Botschafter Oded Joseph sei mitgeteilt worden, dass Russland eine Untersuchung des Vorfalls verlange sowie die Zusicherung, dass sich ein solcher nicht wiederholen werde.
11.12 Uhr - Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben Ziele östlich der iranischen Hauptstadt Teheran an. Der Angriff habe bereits begonnen.
10.50 Uhr - Die US-Regierung erwägt einem Bericht des US-Onlineportals Axios zufolge, die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg zu blockieren oder zu besetzen. So solle Druck auf die Führung in Teheran ausgeübt werden, damit sie die für die Schifffahrt und vor allem Ölexporte der Golf-Staaten wichtige Straße von Hormus wieder öffnet. Axios stützt sich nach eigenen Angaben auf vier Insider, die mit den entsprechenden Plänen vertraut sind.
10.40 Uhr - Italien verhandelt nach dem Ausfall von Gaslieferungen aus Katar infolge iranischer Angriffe mit mehreren Ländern über eine zusätzliche Versorgung. Man sei unter anderem mit den USA, Aserbaidschan und Algerien im Gespräch, sagt Energieminister Gilberto Pichetto Fratin. Italien sei sich mit der Europäischen Union einig, dass die EU nicht zum Kauf von russischem Gas zurückkehren solle, unterstreicht der Minister. Italien ist stark abhängig von Gasimporten und vom Ausfall von Lieferungen aus Katar besonders betroffen - wie auch Belgien, Südkorea und China.
10.00 Uhr - Die Ölraffinerie im israelischen Haifa ist nach dem iranischen Raketenangriff vom Donnerstag beschädigt und wird nach Konzernangaben erst in einigen Tagen ihren Betrieb wiederaufnehmen. Die beschädigte Infrastruktur sei Eigentum eines Dritten, teilt der Raffinerie- und Petrochemiekonzern Oil Refineries mit. Die externe Infrastruktur sei für den Betrieb der Raffinerie unerlässlich sei.
09.15 Uhr - Im Iran ist der Sprecher der Revolutionsgarden, Ali Mohammad Naini, bei einem Angriff der USA und Israels getötet worden. Das berichtet das staatliche iranische Fernsehen.
09.00 Uhr - China ruft alle am Golf-Konflikt beteiligten Parteien auf, eine stabile und ungehinderte Ölversorgung zu gewährleisten. Der Sprecher des Außenministeriums, Lin Jian, nennt jedoch keine Länder. Er äußert sich nach einer Erklärung von US-Finanzminister Scott Bessent, der am Donnerstag gesagt hat, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben, um die Ölpreise niedrig zu halten.
07.20 Uhr - Der Iran hat trotz der anhaltenden Angriffe Israels und der USA nach eigenen Angaben keinen Mangel an Raketen. Die Produktion von Raketen laufe trotz des Krieges weiter, teilen die iranischen Revolutionsgarden mit. Es gebe keine Engpässe bei den Vorräten.
05.50 Uhr - Die kuwaitische Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi ist am frühen Morgen von mehreren Drohnen angegriffen worden. Dabei sei in einigen Anlagen ein Feuer ausgebrochen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf den Ölkonzern KPC. Verletzte wurden demnach zunächst nicht gemeldet. Die Feuerwehr sei sofort im Einsatz gewesen. Mehrere Anlagen seien vorsorglich abgeschaltet worden, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten.
04.10 Uhr - Israel hat dem israelischen Militär zufolge eine neuen Angriffswelle auf den Iran gestartet. "Die IDF hat soeben mit einer Welle von Angriffen gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran begonnen", teilt ein Militärsprecher mit. Gleichzeitig melden Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate am frühen Morgen Raketenangriffe. US-Präsident Donald Trump hatte Israel am Donnerstag davor gewarnt, seine Angriffe auf die iranische Erdgasinfrastruktur zu wiederholen.
02.35 Uhr - Der Ölpreis könnte laut Angaben von Ölvertretern in Saudi-Arabien auf über 180 Dollar pro Barrel steigen, falls die Störungen durch den Iran-Krieg bis Ende April anhalten. Dies berichtet die US-Zeitung "Wall Street Journal".
00.50 Uhr - Kanzler Friedrich Merz erwartet durch den Iran-Krieg einen leichten Anstieg der Inflation. Er verweist nach Ende des EU-Gipfels auf eine entsprechende Einschätzung der Europäischen Zentralbank. "Wenn dieser Konflikt schnell beendet ist, dann lassen sich die Auswirkungen relativ schnell auch abschließend beurteilen und bewerten", fügt er hinzu. Wenn der Krieg länger dauere, sei die weitere Entwicklung auch der Inflation aber nur schwer abschätzbar.
00.09 Uhr - Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben nach eigenen Angaben ein von der libanesischen Hisbollah und dem Iran finanziertes und betriebenes Terrornetzwerk zerschlagen und dessen Mitglieder festgenommen. Dem Netzwerk werden Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Bedrohung der nationalen Sicherheit vorgeworfen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur. "Das Netzwerk war im Land unter dem Deckmantel einer Scheinfirma tätig und versuchte, die Volkswirtschaft zu unterwandern sowie externe Vorhaben auszuführen, die die Finanzstabilität des Landes bedrohten", berichtet die Nachrichtenagentur.
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