Bagdad, 20. Mrz (Reuters) - Wegen der Eskalation des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran hat der Irak Insidern zufolge für alle von ausländischen Konzernen erschlossenen Ölfelder höhere Gewalt (Force Majeure) geltend gemacht. Militäreinsätze hätten die Schifffahrt durch die Straße von Hormus gestört und die meisten Rohölexporte des Landes zum Erliegen gebracht, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. In einem Schreiben des Ölministeriums vom 17. März, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, hieß es, die beispiellosen Kampfhandlungen hätten die Durchfahrt durch die Meerenge stark beeinträchtigt. Da die meisten irakischen Ölexporte über diese Route abgewickelt würden, seien die Lagerkapazitäten nun erschöpft.
Das Ministerium ordnete dem Schreiben zufolge einen vollständigen Produktionsstopp in den betroffenen Konzessionsgebieten an, ohne dass die Unternehmen vertraglichen Anspruch auf Entschädigung hätten. Ölminister Hajan Abdel-Ghani erklärte am Freitag, die Produktion der Basra Oil Company sei von 3,3 Millionen auf 900.000 Barrel pro Tag gedrosselt worden. Die verbleibende Menge werde für den Betrieb heimischer Raffinerien genutzt.
Der Exportrückgang dürfte die ohnehin fragilen Finanzen des Landes stark belasten: Die Einnahmen des Irak stammen zu mehr als 90 Prozent aus dem Ölverkauf. Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr, durch das etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen (LNG) transportiert werden. Der seit dem 28. Februar anhaltende Krieg hat sich über die iranischen Grenzen hinaus ausgeweitet. Teheran griff als Vergeltung Ziele in Israel und in arabischen Golfstaaten an, auf deren Gebiet sich US-Militäreinrichtungen befinden. Die Ölpreise am Weltmarkt stiegen am Freitag angesichts der Lage auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren.
(Bericht von Aref Mohammed und Ahmed Rasheed Bearbeitet von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)