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21.03.2026 /09:04:11
FOKUS 1-Israel bombardiert Iran und Libanon - Iran feuert zurück

(neu durchgeschrieben)
 
*Neue Angriffe von Iran und Israel
 
*Iran deutet Öffnung der Straße von Hormus für Japan an
 
*USA lockern Sanktionen gegen iranisches Öl
 
Dubai/Washington, 21. Mrz (Reuters) - Das israelische
Militär hat am Samstag erneut Ziele im Iran und in der
libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Im Libanon
bombardierte die Luftwaffe die vom Iran unterstützte
Hisbollah-Miliz. Israel hatte zuvor Evakuierungswarnungen für
sieben Viertel in den südlichen Vororten Beiruts herausgegeben.
Das israelische Militär griff zudem erneut den Iran und dessen
Hauptstadt Teheran an. Bereits am Freitag hatte Israel nach
eigenen Angaben zwei große Angriffswellen auf Teheran und den
Zentraliran geflogen. Auch der Iran feuerte erneut Raketen auf
Israel ab. Außerdem beschoss er laut der halbstaatlichen
iranischen Nachrichtenagentur Mehr den britisch-amerikanischen
Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean mit zwei
ballistischen Raketen. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor
berichtet, dass es sich um Mittelstreckenraketen gehandelt habe,
die die Basis jedoch verfehlten.

IRAN SIGNALISIERT ÖFFNUNG DER STRAßE VON HORMUS FÜR JAPAN

Entgegenkommen signalisierte der Iran bei der wegen des Krieges faktisch gesperrten Straße von Hormus: Er ist einem Medienbericht zufolge bereit, Schiffe mit Bezug zu Japan die strategisch wichtige Meerenge passieren zu lassen. Teheran habe entsprechende Gespräche mit der Regierung in Tokio aufgenommen, darunter auch mit Außenminister Toshimitsu Motegi, sagte der iranische Außenminister Abbas Aragtschi der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Japan bezieht etwa 90 Prozent seiner Öllieferungen über die Meerenge, die der Iran im Zuge des Krieges mit den USA und Israel weitgehend blockiert hat.

Die Sperrung der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert wird, hat die Rohölpreise um 50 Prozent hochgetrieben. Das hat massive Folgen für die Weltwirtschaft, Unternehmen und Verbraucher. So kündigte die US-Fluggesellschaft United Airlines <UAL.O> am Freitag an, fünf Prozent der Flüge im zweiten und dritten Quartal zu streichen, da sie sich auf anhaltend hohe Ölpreise einstelle.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nato-Verbündeten am Freitag als "Feiglinge" bezeichnet, weil sie ihm nicht dabei helfen würden, die Route zu öffnen. Mehrere Staaten sagten zwar angemessene Bemühungen zu, Deutschland und Frankreich forderten jedoch zunächst ein Ende der Kämpfe. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, an diesem Wochenende mit Trump sprechen zu wollen.

USA LOCKERN SANKTIONEN

Um das Angebot an Öl zu erhöhen und die Preise zu senken, hat die US-Regierung die Sanktionen gegen den Kauf von iranischem Öl auf See gelockert. US-Finanzminister Scott Bessent teilte am Freitag auf X mit, dass durch die Ausnahmeregelung rund 140 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte gelangten.

Unterdessen verlegen die USA 2500 Marines sowie das amphibische Angriffsschiff "Boxer" und weitere Kriegsschiffe in die Region, wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagten. Zur genauen Rolle der Truppen äußerten sie sich zunächst nicht. Eine Entscheidung über den Einsatz von Bodentruppen im Iran sei noch nicht gefallen, sagten zwei US-Vertreter. Mögliche Ziele könnten die iranische Küste oder der Ölexport-Knotenpunkt auf der Insel Chark sein.

(Bericht von Phil Stewart und Idrees Ali in Washington, Andrew Mills in Doha, and Timour Azhari in Riad, geschrieben von Myria Mildenberger; Bei Rückfragen wenden Sie sich sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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