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22.03.2026 /11:04:58
WDHLG-FOKUS 1-Trump stellt Iran Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus

(Präzisiert im zweiten Absatz: Mussawi äußerte sich am Freitag)
 
*Trump droht Iran mit Zerstörung von Kraftwerken
 
*Iran: Vergeltungsschläge gegen die US-Infrastruktur in
Region
 
Tel Aviv/Jerusalem/Washington, 22. Mrz (Reuters) - Im
Iran-Krieg droht eine weitere Eskalation, die die globalen
Energie- und Finanzmärkte schwer erschüttern könnte.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung
der Straße von Hormus gestellt und andernfalls mit der
Zerstörung von Kraftwerken gedroht. "Wenn der Iran die Straße
von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden ab genau diesem
Zeitpunkt vollständig und ohne Bedrohung öffnet, werden die
Vereinigten Staaten von Amerika ihre diversen Kraftwerke
angreifen und vernichten, angefangen beim größten!", erklärte
Trump am Samstag in den sozialen Medien.

Die Reaktion des Iran kam prompt: Das iranische Militär teilte am Sonntag mit, im Falle eines US-Angriffs auf die Energieinfrastruktur sämtliche US-Anlagen zur Energie- und Wasserversorgung sowie Informationstechnologie in der Region ins Visier zu nehmen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte den Vertreter des Iran bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Ali Mussawi, am Freitag mit den Worten zitiert, die Meerenge bleibe für alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit "Feinden des Iran" in Verbindung stünden. Diese Äußerung wurde am Sonntag von iranischen Medien verbreitet. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit der Regierung in Teheran möglich, so Mussawi. Er machte zudem israelische und US-Angriffe auf den Iran für die aktuelle Lage in der Straße von Hormus verantwortlich.

Ein Angriff auf die größten Kraftwerke des Iran könnte weitreichende Stromausfälle auslösen und den stark vernetzten Energiesektor lahmlegen - von Pumpen und Raffinerien bis hin zu Exportterminals. Zu den größten Anlagen des Landes gehören das Kraftwerk Damawand nahe Teheran, die Anlage in Kerman im Südosten und Ramin in der Provinz Chusestan. Sie alle haben eine sehr viel höhere Kapazität als das einzige Kernkraftwerk des Landes in Buschehr.

Die Straße von Hormus - ein Nadelöhr für den Transport von Öl und Flüssiggas auf See - ist faktisch nicht passierbar, seit der Iran-Krieg Ende Februar begonnen hat. Als Folge der Öl- und Gas-Knappheit stiegen die Preise für diese Rohstoffe massiv an. An den Finanzmärkten wächst die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen. Trumps Drohung sei eine "tickende Zeitbombe", sagte Marktanalyst Tony Sycamore vom Broker IG. Werde das Ultimatum nicht zurückgenommen, drohe ein "Schwarzer Montag" mit Kursabstürzen an den Aktienmärkten und massiv steigenden Ölpreisen. Bereits am Freitag hatten die Ölpreise den höchsten Stand seit fast vier Jahren erreicht. Der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi kündigte an, sich an einer Minenräumung in der Straße von Hormus zu beteiligen, vorausgesetzt es gebe einen Waffenstillstand.

ISRAEL: IRAN HAT LANGSTRECKENRAKETEN ABGEFEUERT

Auch die gegenseitigen Angriffe gingen weiter. In dem am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg wurden bislang mehr als 2000 Menschen getötet. Das israelische Militär griff am Sonntag Ziele in Teheran an. Zuvor hatten iranische Raketen am späten Samstagabend die südisraelischen Städte Dimona und Arad getroffen, wobei Dutzende Menschen verletzt wurden. Etwa 13 Kilometer von Dimona entfernt befindet sich ein israelischer Atomreaktor. Die israelischen Abwehrsysteme hätten zwar ausgelöst, die Raketen jedoch nicht gestoppt, erklärte der israelische Militärsprecher Effie Defrin auf der Plattform X.

Israel bestätigte zudem, dass der Iran zwei ballistische Raketen mit einer Reichweite von 4000 Kilometern auf den amerikanisch-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert hatte. "Diese Raketen sind nicht für Angriffe auf Israel gedacht. Ihre Reichweite reicht bis zu europäischen Hauptstädten - Berlin, Paris und Rom liegen alle in direkter Bedrohungsreichweite", sagte der israelische Militärchef Ejal Samir.

(Bericht von Phil Stewart, Idrees Ali in Washington, Andrew Mills in Doha, Timour Azhari in Riad, Maayan Lubell in Jerusalem, Alexander Cornwell in Tel Aviv, geschrieben von Myria Mildenberger; Bei Rückfragen wenden Sie sich sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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