Berlin, 22. Mrz (Reuters) - Verteidigungsminister Boris Pistorius fordert Geduld bei der Entscheidung über das milliardenschwere europäische Luftkampfsystem FCAS. "Es ist noch zu früh, um das öffentlich zu diskutieren", sagte Pistorius am Sonntag bei einem Besuch in Japan. "Über das FCAS wird noch zwischen dem Bundeskanzler und dem französischen Präsidenten verhandelt. Es gibt weiterhin Bestrebungen, das, worauf wir uns früher geeinigt haben, zu verbessern", fügte Pistorius hinzu. "Wir müssen also abwarten, was in den kommenden Wochen passieren wird, und dann treffen wir unsere Entscheidung und berücksichtigen, was eine Alternative für die Zukunft sein könnte. Im Moment ist es noch zu früh."
Die deutsche und die französische Regierung diskutieren seit Monaten, ob sie die gemeinsame Entwicklung des "Future Combat Air System" (FCAS) als wichtigstes europäisches Rüstungsprojekt noch retten wollen. Industriell wird das Projekt von Dassault Aviation <AM.PA> auf französischer Seite und von Airbus <AIR.PA> für Deutschland und Spanien geführt. Grund der immer neuen Verzögerungen ist unter anderem, dass Dassault auf einem deutlich größeren Arbeitsanteil besteht als vertraglich vereinbart, was Deutschland und Spanien ablehnen.
Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten vergangene Woche verabredet, einen weiteren Versuch einer Einigung zwischen den Unternehmen zu versuchen. Die Bundesregierung besteht auf einer Klärung bis Mitte April.
(Bericht von Andreas Rinke. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)