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22.03.2026 /14:37:58
Viele Verletzte in Israel nach Beschuss des Iran - Versagen der Raketenabwehr?

Tel Aviv/Arad, 22. Mrz (Reuters) - Bei einem der bislang schwersten Angriffe des Iran auf Israel seit Kriegsbeginn sind nach Angaben der Behörden am Sonntag Dutzende Zivilisten verletzt worden. Die Luftabwehr hatte in der Nacht unter anderem zwei iranische Raketen auf den Süden des Landes nicht abfangen können. In der Wüstenstadt Arad wurden ganze Stockwerke eines mehrgeschossigen Wohnhauses aufgerissen. Den Behörden zufolge wurden dort 31 Menschen in eine Klinik eingeliefert, darunter 18 Kinder. Im Ort Dimona seien fünf Menschen in eine Klinik gebracht worden. In Tel Aviv habe es Verletzte nach einem Angriff mit Streubomben gegeben.

Den Behörden zufolge wurden in Arad mindestens acht Gebäude durch eine Rakete beschädigt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie kurz nach dem Angriff Flammen das oberste Stockwerk eines Wohnhauses erfassten. Such- und Rettungsteams bewegten sich innerhalb der beschädigten Gebäude von Etage zu Etage.

Ein israelischer Militärsprecher sagte, es habe zwei Raketen-Angriffe gegeben. Zur Frage nach den ersten Ergebnissen einer Untersuchung zu einem offensichtlichen Versagen der Raketenabwehr wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Israel warf dem Iran vor, zivile Wohngebiete anzugreifen. Die iranischen Revolutionsgarden gaben indes an, sie hätten militärische und sicherheitsrelevante Ziele angegriffen - als Vergeltung für israelische Angriffe auf iranische Stellungen. Arad und Dimona liegen in der Nähe eines als geheim eingestuften israelischen Kernreaktors und mehrerer Militärbasen, darunter der Luftwaffenstützpunkt Nevatim.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte bei einem Besuch in Arad, es sei ein Wunder, dass niemand getötet worden sei. Er warnte Israelis zugleich, nicht nachlässig zu werden. Niemand wäre verletzt worden, hätten alle rechtzeitig Schutz gesucht, so Netanjahu. Die meisten Israelis erhalten Warnmeldungen auf ihr Mobiltelefon, wenn Raketenstarts aus dem Iran identifiziert werden. Eine Luftschutzsirene ertönt, und die Menschen haben dann wenige Minuten Zeit, um sich in Schutzräume oder öffentliche Luftschutzbunker zu begeben.

Die iranische Regierung hatte jüngst erklärt, im Iran seien bislang mindestens 1300 Personen durch die Angriffe Israels und der USA getötet worden. Die in den USA ansässige Organisation HRANA, die Menschenrechtsverletzungen im Iran dokumentiert, hat nach eigenen Angaben 3320 Todesopfer verzeichnet, darunter 1406 Zivilisten und 1167 Militärangehörige. Die Zugehörigkeit der übrigen Opfer ist noch nicht geklärt. Reuters konnte diese Daten nicht unabhängig überprüfen.

(Bericht von Dedi Hayoun und Alexander Cornwell, Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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