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| Brüssel, 22. Mrz (Reuters) - Polens Ministerpräsident | |
| Donald Tusk hat Ungarn vorgeworfen, Russland zeitnah über | |
| Absprachen auf EU-Gipfeln zu informieren. "Dass Orbans Leute | |
| Moskau bis ins kleinste Details über die EU-Gipfeltreffen | |
| informieren, dürfte niemanden überraschen", schrieb der | |
| proeuropäische Regierungschef am Sonntag auf der Plattform X mit | |
| Blick auf den ungarischen Regierungschef. "Wir hatten diesen | |
| Verdacht schon lange", schrieb Tusk weiter und erklärte damit | |
| auch seine zurückhaltende Haltung auf EU-Gipfeln: "Das ist einer | |
| der Gründe, warum ich nur dann das Wort ergreife, wenn es | |
| unbedingt nötig ist, und nur so viel sage, wie unbedingt nötig | |
| ist." | |
Zuvor hatte die "Washington Post" berichtet, Ungarns Außenminister Péter Szijjártó solle mehrfach aus EU-Außenministertreffen heraus mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow telefoniert und ihn über die Beratungen informiert haben. Szijjártó selbst sprach auf X von "Falschmeldungen".
Orban, der als Putin- und Trump-nah gilt, hatte am Donnerstag auf dem EU-Gipfel verhindert, dass ein 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine ausgezahlt werden konnte. Er zog damit deutliche Kritik der EU-Staats- und Regierungschefs auf sich. Auch Kanzler Friedrich Merz warf ihm "grobe Illoyalität" vor, weil Orban im Dezember einen EU-Beschluss mitgetragen hatte.
Im April sind in Ungarn Parlamentswahlen. In Umfragen liegt die Opposition vorne. US-Vizepräsident JD Vance will im Wahlkampf deshalb nach Budapest reisen, um sich für Orbans Wiederwahl einzusetzen. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski kritisierte auf X, dass der nationalkonservative polnische Präsident Karol Nawrocki am Montag zur Unterstützung Orbans in die ungarische Hauptstadt reisen wolle. Orban habe Ungarn durch "Nationalismus und Diebstahl" zum ärmsten EU-Land gemacht. Ungarns Außenminister Szijjártó wiederum warf Sikorski vor, er wolle die oppositionelle Tisza-Partei unterstützen.
(Bericht von Andreas Rinke und Lili Baier; redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)