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23.03.2026 /11:28:27
FOKUS 1-Salzgitter will wegen hoher Energiekosten Preise anheben

* Kosten für Energie und Fracht steigen wegen
Nahost-Krieg rasant
 
*Salzgitter-Chef: Sind bei Gas zu mehr als 50 Prozent
gehedged
 
*Dividende soll stabil bleiben, Aktie im Sinkflug
 
(Neu: Aussagen von Salzgitter-Chef, Aktienkurs, Analysten)
Frankfurt, 23. Mrz (Reuters) - Der Stahlkonzern
Salzgitter <SZGG.DE> will die infolge des Nahost-Konflikts
gestiegenen Energiekosten an seine Kunden weitergeben, ist gegen
den nach oben schießenden Gaspreis aber zum Teil abgesichert.
Wegen der höheren Belastungen habe das Unternehmen bereits
Gespräche mit Abnehmern über Preiserhöhungen aufgenommen, sagte
Konzernchef Gunnar Groebler am Montag der Nachrichtenagentur
Reuters. Die Krise im Iran habe zwar keine direkten Auswirkungen
auf das Geschäft, aber die Kosten für Energie und Fracht stiegen
rasant.

"Kurzfristig sind wir tatsächlich sehr gut gehedged im Bereich Gas für das Gesamtjahr 2026 und zum Teil auch 2027", erläuterte Groebler. Mehr als 50 Prozent des Bedarfs seien abgesichert. Bei den Strompreisen sei die Absicherungsquote sogar noch höher. Dennoch träfen die starken Preissteigerungen das Unternehmen bei den Gasmengen, die es auf dem Spotmarkt einkaufe. Groebler verwies auf steigende Frachtraten infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran, die weite Teile der europäischen Industrie belasteten. Gleichzeitig verzeichne der Stahlhersteller ein riesiges Interesse aus der Rüstungsindustrie.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verbuchte Salzgitter den endgültigen Zahlen zufolge einen Rückgang des operativen Gewinns um 15,5 Prozent auf 376 Millionen Euro. Das Management warnte vor einem angespannten Umfeld in der deutschen Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2026. Trotz des Gewinnrückgangs will der Konzern seine Dividende stabil halten. Für 2025 sollen die Aktionäre wie im Jahr davor 20 Cent je Anteilsschein erhalten.

Das reichte den Anlegern an der Börse offenbar nicht: Die im Kleinwertesegment SDax gelisteten Salzgitter-Aktien brachen in der Spitze um 9,5 Prozent ein. "Ähnlich wie bei den Mitbewerbern wird ein positiver Einfluss durch protektionistische Handelsmaßnahmen der EU erwartet", erläuterten die Analysten von Jefferies. "Deutschlands Investitionsprogramme werden Zeit brauchen, bevor sie zu einer steigenden Stahlnachfrage in der EU und einer Erholung führen."



(Bericht von Chris Steitz, Ralf Banser, geschrieben von Sabine Wollrab, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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