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23.03.2026 /11:14:25
FOKUS 1-Brandanschlag auf Krankenwagen jüdischer Hilfsorganisation in London

* Starmer verurteilt Tat als antisemitisch
 
*Israelische Botschaft: Antisemitismus allgegenwärtig in
London
 
(neu:möglicher Angreifer)
London, 23. Mrz (Reuters) - In London sind nach Angaben
der Behörden vier Krankenwagen einer jüdischen Hilfsorganisation
in Brand gesetzt worden. Die Polizei teilte am Montag mit, dass
sie den nächtlichen Vorfall im Stadtteil Golders Green im Norden
der britischen Hauptstadt als antisemitisch motiviertes
Verbrechen einstufe. "Es wurde eine Untersuchung eingeleitet",
erklärte die Londoner Metropolitan Police. Es gebe keine
Berichte über Verletzte. Laut der privatwirtschaftlichen
Organisation SITE Intelligence reklamiert ein mit dem Iran
verbündetes multinationales militantes Kollektiv namens
Islamische Bewegung des Volkes der Rechten Hand die Tat für
sich. Die Gruppe sei auch für ähnliche Brände in Belgien,
Griechenland und den Niederlanden verantwortlich, teilte die
Organisation, die sich auf die Beobachtung von extremistischen
Gruppierungen spezialisiert hat, mit.

Der Feuerwehr zufolge ist der Brand noch in der Nacht unter Kontrolle gebracht worden. Die zerstörten Fahrzeuge gehörten der Organisation Hatzola. Dabei handelt es sich um einen gemeinnützigen Freiwilligendienst, der bei medizinischen Notfällen ausrückt.

Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Attacke scharf. "Dies ist ein zutiefst schockierender antisemitischer Brandanschlag", erklärte Starmer auf der Kurznachrichtenplattform X. Seine Gedanken seien bei der jüdischen Gemeinde, die an diesem Morgen mit dieser schrecklichen Nachricht aufwache. Antisemitismus habe keinen Platz in der Gesellschaft.

Die israelische Botschaft in Großbritannien erklärte, Antisemitismus sei in London weit verbreitet. Die Brandanschläge seien die Folge jahrelanger, offener Duldung von Hass. "Es reicht!", hieß es in einer Mitteilung der Botschaft auf der Plattform X. "Es bedarf einer gründlichen Untersuchung und entschiedener Maßnahmen, um diesem Klima der Einschüchterung ein Ende zu setzen, bevor es sich weiter zuspitzt. Schweigen und Untätigkeit sind keine Option mehr." Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023, der den Gazakrieg auslöste, haben die Angriffe gegen Juden und jüdische Einrichtungen weltweit zugenommen. Starmer hatte gewarnt, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran die Spannungen verschärfen dürfte.

Am Montag erklärte der Premier, es lägen derzeit keine Einschätzungen vor, wonach das britische Festland ins Visier genommen werde. Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach der Iran zwei ballistische Raketen auf den US-amerikanisch-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert habe.

(Bericht von Isabel Infantes, Hannah McKay, Gursimran Kaur und Sam Tabahriti, bearbeitet von Kerstin Dörr und Elke Ahlswede, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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