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23.03.2026 /14:02:20
TOP-THEMA-Trumps Rückzieher befeuert Börsen und lässt Ölpreis sinken

* Ölpreise geben bis zu 14 Prozent nach
 
*Investoren atmen auf
 
*Dax macht Satz von rund 1200 Punkten nach oben
 
*Analyst: "Aufschub, kein Waffenstillstand"
 
(Neu: Europäische Börsen, US-Futures, Öl)
- von Stefanie Geiger
Frankfurt, 23. Mrz (Reuters) - Die Kehrtwende von
US-Präsident Donald Trump im eskalierenden Iran-Krieg hat zum
Wochenstart die Aktienmärkte befeuert und die Ölpreise um bis zu
14 Prozent einbrechen lassen. Der Dax <.GDAXI> sprang um rund
1200 Punkte nach oben, nachdem Trump angekündigt hat, Angriffe
auf den Iran auszusetzen. Trump erklärte, er habe das
Verteidigungsministerium angewiesen, militärische Angriffe auf
iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage
auszusetzen. In den beiden vergangenen Tagen habe es gute und
produktive Gespräche mit dem Iran gegeben, schrieb Trump am
Montag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social.

Nach anfänglichen Verlusten von mehr als zwei Prozent legte der deutsche Leitindex um bis zu 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Auch der EuroStoxx50 <.STOXX50E> drehte ins Plus und gewann zeitweise mehr als drei Prozent. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96,00 Dollar je Barrel ein. US-Leichtöl WTI <CLc1> verbilligte sich ähnlich stark auf bis zu 84,37 Dollar je Barrel.

"AUFSCHUB, KEIN WAFFENSTILLSTAND"

Die Aussicht auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt beflügelte auch die US-Börsen. Die Futures auf die wichtigsten US-Indizes drehten deutlich ins Plus und zogen jeweils mehr als zwei Prozent an. "Dies ist offensichtlich ein Aufschub, kein vollständiger Waffenstillstand, und wir werden sehen, was von hier an geschieht", sagte Chris Beauchamp, Marktanalyst bei IG Markets. "Aber die Märkte atmen offensichtlich auf."

Trump teilte weiter mit, dass die Aussetzung der Angriffe vom Erfolg laufender Treffen und Gespräche abhängig sei. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden mit Angriffen auf israelische Kraftwerke und die Stromversorgung von US-Stützpunkten am Persischen Golf gedroht. Sie reagierten damit auf ein von Trump am Wochenende gesetztes Ultimatum. Sollte Trump seine Drohung wahr machen und das iranische Stromnetz zerstören, werde in gleichem Maße zurückgeschlagen, erklärten die Garden am Montag. Trump hatte am Samstag gedroht, die USA würden iranische Kraftwerke vernichten, falls die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden wieder vollständig für die Schifffahrt geöffnet würde.

DOLLAR GIBT NACH - STAATSANLEIHEN ERHOLEN SICH

Trumps Äußerungen am Montag stoppten auch den Ausverkauf am Anleihemarkt. Im Gegenzug gaben die Renditen von Staatsanleihen deutlich nach. Die Rendite der deutschen Benchmark-Bundesanleihe <DE10YT=RR> fiel auf zuletzt 3,009 Prozent, nach 3,038 Prozent am Vortag. Inflationssorgen hatten die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seit Beginn des Iran-Krieges um mehr als 40 Basispunkte steigen lassen.

Auch der Dollar gab auf breiter Front nach. Unmittelbar nach Trumps Äußerungen verlor die US-Währung gegenüber dem Euro <EUR=> 0,7 Prozent und gegenüber dem Yen <JPY=> 0,6 Prozent. "Das ist eindeutig eine positive Entwicklung", sagte Pepperstone-Stratege Michael Brown. "Beide Seiten führen Gespräche, und dies ist das erste konkrete Zeichen einer Deeskalation, das wir seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar gesehen haben."

Allerdings sei der Krieg noch nicht vorbei. Auch wenn die Entwicklung positiv sei, seien bislang nur Angriffe auf die Energieinfrastruktur ausgeschlossen worden. "Das bedeutet vermutlich, dass militärische Aktionen an anderer Stelle zumindest vorerst weitergehen." Die iranische Botschaft in Kabul teilte mit, dass Trump nach einer "deutlichen Warnung Irans" von einem Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur Abstand nehme.

"Es ist eindeutig eine verbale Intervention angesichts des Ausverkaufs, den wir gesehen haben", konstatierte Elias Haddad, globaler Marktstratege bei Brown Brothers Harriman. "Wir sehen eine reflexartige Reaktion auf diese positive Nachricht." Sollte es sich um eine echte Deeskalation handeln, sei eine stärkere Erleichterungsrally bei Risikoanlagen möglich.

(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)



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