23. Mrz (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
22.01 Uhr - Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Angriffe auf sein Land von Belarus aus steuern. Vier Bodenstationen für russische Langstreckendrohnen würden in dem an Russland und die Ukraine angrenzenden Land errichtet, erklärt Selenskyj unter Berufung auf den Militärgeheimdienst in Kiew. Er kündigte an, die Ukraine werde "spürbar" reagieren. Das Außenministerium in Minsk nimmt zu den Vorwürfen zunächst nicht Stellung.
20.35 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff auf sein Land. Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland einen massiven Schlag vorbereite, sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Bevölkerung solle auf Luftalarm achten, entsprechende Befehle an die Flugabwehr seien bereits erteilt worden. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
19.35 Uhr - Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Ölpreise ermöglicht es der russischen Regierung Insidern zufolge, Pläne zur Aufstockung ihrer langfristigen Finanzreserven zu verschieben. Dadurch werde der Druck auf die kurzfristigen Finanzen gelindert, sagen drei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Während die russische Wirtschaft unter den Kosten des Krieges in der Ukraine und den internationalen Sanktionen leidet, profitiert sie als eine der wenigen weltweit von dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Die internationalen Ölpreise notierten zuletzt bei etwa 100 Dollar pro Barrel, nach rund 70 Dollar vor Kriegsbeginn Ende Februar. Auch die Erdgaspreise ziehen an. Berechnungen von Reuters zufolge dürften die russischen Öl- und Gaseinnahmen im April im Vergleich zum März um 70 Prozent steigen.
17.00 Uhr - Die russische Ölraffinerie Saratow steht Insidern zufolge seit einem Drohnenangriff am Samstag still. Die Rohöldestillationsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen pro Tag sei außer Betrieb, sagen mit dem Vorgang vertraute Personen. Das ukrainische Militär gibt an, die Anlage des Rosneft <ROSN.MM>-Konzerns getroffen zu haben. Der Gouverneur von Saratow, Roman Busargin, spricht von Treffern an der zivilen Infrastruktur, nennt jedoch keine Details. Rosneft äußert sich zunächst nicht dazu. An der internationalen Rohstoffbörse in St. Petersburg gibt es aktuell keine Angebote für Ölprodukte aus der Raffinerie. Saratow steht für 2,2 Prozent der gesamten russischen Ölverarbeitung.
16.54 Uhr - Russland plant dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge vier Bodenkontrollstationen für Langstrecken-Angriffsdrohnen in Belarus. Er beruft sich dabei auf den Militärgeheimdienst seines Landes. Selenskyj habe den Geheimdienstchef angewiesen, die Partner der Ukraine über diese Pläne zu informieren. Er warnt seit Monaten vor einer stärkeren Verwicklung von Belarus in den Ukrainekrieg.
12.49 Uhr - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich besorgt über eine mögliche Ausweitung des Iran-Kriegs auf die Region Kaspisches Meer geäußert. Sein iranischer Amtskollege Abbas Aragtschi habe dieser Besorgnis in einem Gespräch am Montag zugestimmt, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Der Konflikt sei von den USA und Israel proviziert worden. Das Kaspische Meer grenzt im Norden an Russland und im Süden an den Iran. Auch die früheren Sowjetrepubliken Kasachstan, Aserbaidschan und Turkmenistan liegen am Kaspischen Meer. Lawrow warnt zudem vor Angriffen auf die iranische Atom-Infrastruktur, darunter das Kraftwerk in Buschehr. Solche Angriffe stellten ein inakzeptables Risiko für die Sicherheit des russischen Personals dort dar und seien mit katastrophalen Folgen für die Umwelt verbunden.
10.08 Uhr - Die russischen Ostseehäfen Primorsk und Ust-Luga haben Branchenkennern zufolge nach Drohnenangriffen die Verladung von Öl und Treibstoff ausgesetzt. In Primorsk war nach Drohnenangriffen ein Treibstofftank in Brand geraten, wie der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Ob es in Ust-Luga Schäden gegeben hat, bleibt zunächst unklar. Über die beiden Häfen wird ein Großteil der russischen Öl- und Treibstoffexporte abgewickelt. Aus der Ukraine gibt es zunächst keine Stellungnahme. Das Land hat in seinem Abwehrkampf gegen Russland wiederholt Ölexportanlagen und -raffinerien angegriffen, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen.
05.51 Uhr - Ein Treibstofflager im russischen Ostseehafen Primorsk steht nach einem Drohnenangriff in Flammen. Das teilt der Gouverneur der nordwestlichen Region Leningrad, Alexander Drosdenko, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei den jüngsten Angriffen seien in der Region 35 Drohnen abgeschossen worden.
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