24. Mrz (Reuters) - Spekulationen über den Rückzug des aktivistischen Investors Inclusive Capital bei Bayer <BAYGn.DE> setzen den Agrar- und Pharmakonzern unter Druck. Die Aktien geben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 1,4 Prozent nach, nachdem am Vorabend die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Angebotsunterlagen berichtet hatte, dass der Investor rund 8,5 Millionen Aktien in einer von der Bank JPMorgan organisierten Platzierung anbiete. Auf Basis des Schlusskurses vom Montag hätte die Beteiligung einen Wert von rund 327 Millionen Euro. Inclusive Capital und Bayer waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Inclusive Capital unter der Führung des Aktivisten Jeff Ubben war Anfang 2023 bei Bayer eingestiegen und hatte die Absetzung des damaligen Vorstandschefs Werner Baumann mit vorangetrieben. Ubben, einer der bekanntesten aktivistischen Investoren an der Wall Street, hatte zuvor bereits auf weitere Veränderungen bei dem Konzern gedrungen und gehörte zu den Investoren, die eine Aufspaltung von Bayer forderten. Der seit Juni 2023 amtierende Vorstandschef Bill Anderson baut zwar die Führungsstruktur um, hat eine strategische Überprüfung, die zu einer Aufspaltung des Konzerns hätte führen können, jedoch ausgesetzt. Die Bayer-Aktie dürfte negativ reagieren, da Ubben das Kurspotenzial der Aktie als ausgeschöpft ansehe, sagte ein Händler.
Bayer kämpft mit kostspieligen Rechtsstreitigkeiten und hohen Schulden und hatte Anfang des Monats eine Gewinnprognose für 2026 ausgegeben, die unter den Markterwartungen lag.
(Bericht von Stefanie Geiger, Akanksha Khushi, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)