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24.03.2026 /08:38:41
MÄRKTE-Ölpreise legen erneut zu ? Iran dementiert Gespräche mit USA

24. Mrz (Reuters) - Die Ölpreise ziehen nach widersprüchlichen Angaben über Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges am Persischen Golf erneut an. Ein Barrel Brent aus der Nordsee verteuert sich am Dienstag in der Spitze um 4,4 Prozent auf 104,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI <CLc1> steigt um bis zu 4,7 Prozent auf 92,29 Dollar. Nachdem am Vortag US-Präsident Donald Trump eine fünftägige Verschiebung der Angriffe auf iranische Kraftwerke angeordnet hatte, waren die Ölpreise um mehr als zehn Prozent gefallen. Trump begründete die Aussetzung mit Gesprächen der USA mit nicht namentlich genannten iranischen Beamten, die zu "wichtigen Übereinstimmungen" geführt hätten.

Die Regierung in Teheran wies die Behauptung über Kontakte mit Washington jedoch zurück und bezeichnete sie als Versuch, die Finanzmärkte zu manipulieren. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, sie hätten US-Ziele angegriffen und verurteilten Trumps Äußerungen als "abgedroschene psychologische Operationen". "Selbst bei einer möglichen Entspannung der Lage nach der Ankündigung von Präsident Trump am Montag erwarten wir einen Preisboden von 85 bis 90 US-Dollar und eine natürliche Rückkehr in den Bereich um 110 US-Dollar, bis die Straße von Hormus wiederhergestellt ist", teilten die Analysten von Macquarie mit. Sollte die Meerenge bis Ende April praktisch gesperrt bleiben, könnte der Brent-Preis laut Macquarie immer noch 150 Dollar pro Barrel erreichen.

"Indem die USA den Plan, iranische Kraftwerke anzugreifen, für fünf Tage auf Eis legten, haben sie dem Ölpreis effektiv einen Großteil der 'Kriegsprämie' entzogen", sagte Tim Waterer, Analyst von KCM Trade. Der heutige Aufschwung sei lediglich ein Zeichen dafür, dass der Markt in einer schwierigen Lage wieder Halt finde. "Händler sind sich bewusst, dass die Straße von Hormus trotz der vorerst ausgesetzten Raketenangriffe noch lange keine freie Wasserstraße ist."

Der Krieg hat die Lieferungen von etwa einem Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Zwei Tanker mit Ziel Indien passierten die Straße jedoch am Montag. Um die Angebotsknappheit zu lindern, haben die USA die Sanktionen gegen russisches und iranisches Öl, das sich bereits auf See befindet, vorübergehend ausgesetzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) berät zudem mit asiatischen und europäischen Regierungen über eine mögliche weitere Freigabe strategischer Reserven.

(Bericht von Anmol Choubey, Emily Chow, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)



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