München, 24. Mrz (Reuters) - Der Münchner Software-Entwickler Nagarro <NA9n.DE> hat sein Ziel eines Milliardenumsatzes im abgelaufenen Jahr knapp verfehlt und sieht sich von Vorwürfen von Leerverkäufern entlastet. Der Umsatz stieg 2025 um 2,8 Prozent auf 999,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Angepeilt hatte Nagarro mindestens 1,02 Milliarden. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank zugleich auf 138,2 (2024: 147,5) Millionen Euro, die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) blieb mit 13,8 (15,2) Prozent aber innerhalb der im Sommer nach unten korrigierten Zielspanne von 13,5 bis 14,5 Prozent. Wechselkursverluste durch konzerninterne Darlehen hätten das Ebitda mit 15,5 Millionen Euro belastet, hieß es in der Mitteilung.
Wenn man den schwachen Dollar berücksichtige, habe sich das Geschäft wie erwartet entwickelt, sagte Vorstandschef Manas Human. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz auf 1,05 Milliarden Euro gestiegen und das bereinigte Ebitda auf 153,7 Millionen. "Das Unternehmen entwickelt sich trotz eines schwierigen Nachfrageumfelds weiterhin gut", erklärte er. Für das laufende Jahr prognostiziert Human einen Umsatz zwischen 1,00 und 1,06 Milliarden Euro und eine bereinigte Ebitda-Marge von 14,5 bis 15,5 Prozent. Bei stabilen Wechselkursen würde der Umsatz damit um etwa fünf Prozent zulegen.
Nagarro war in den vergangenen Jahren verstärkt unter Druck von Leerverkäufern geraten, die auf einen Kurssturz der Aktie wetteten und Zweifel an den Bilanzen angemeldet hatten. Nach einer selbst angestoßenen Untersuchung der Anwaltskanzlei White & Case und der Unternehmensberater von Alvarez & Marsal sieht sich das Unternehmen nun entlastet. "Die Schlussfolgerungen sind eindeutig: Es wurden weder Fehlverhalten noch Betrug festgestellt", erklärte Aufsichtsratschef Christian Bacherl. Die Untersuchung habe aber Defizite bei der Unternehmensstruktur, der Unternehmensführung und Dokumentation offenbart, die man nun angehen werde. Erste Maßnahmen, wie "die Bestellung von KPMG als Wirtschaftsprüfer, die Stärkung unserer Finanz-, Rechnungswesen- und Risikoabteilungen sowie die Erweiterung des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses" seien bereits ergriffen worden.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)