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09.04.2026 /06:10:42
WDHLG-US-Notenbank hin- und hergerissen mit Blick auf Risiken für Jobmarkt und Inflation

(Wiederholung vom Vorabend)
Washington, 08. Apr (Reuters) - Die US-Notenbank hält
sich mit Blick auf den künftigen Zinskurs alle Optionen offen.
Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der
Zinssitzung vom März hervor, die rund zweieinhalb Wochen nach
Ausbruch des Nahost-Krieges abgehalten wurde. Dabei
signalisierten die Währungshüter, dass sie den Leitzins wohl
erst dann ändern werden, wenn klarer ist, ob die Auswirkungen
auf die Inflation oder den Arbeitsmarkt das größere Risiko
darstellen. Eine wachsende Zahl von ihnen war im März der
Ansicht, dass Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, um die
weiterhin über dem Fed-Zielwert von 2,0 Prozent liegende
Inflation zu bekämpfen. Dies gelte vor allem wegen der
inflationären Folgen des Iran-Krieges. Trotz dieser Risiken
sahen viele Notenbanker Zinssenkungen aber weiter als Teil ihres
Basisszenarios.

Die meisten der Fed-Oberen gingen davon aus, dass ein langwieriger Konflikt im Nahen Osten das Wirtschaftswachstum so stark beeinträchtigen würde, dass weitere Zinssenkungen gerechtfertigt wären. Die Währungshüter hatten auf der März-Sitzung den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. In ihrem Zinsausblick hielten sie zugleich an der Option fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um einen Viertelpunkt zu senken. Notenbankchef Jerome Powell betonte damals allerdings, dass dieser Ausblick in Zeiten des Ölpreisschocks mit Vorsicht zu genießen ist, da er mit außergewöhnlich großer Unsicherheit verbunden sei.

Powell hat unlängst eine weiter abwartende Haltung in der Geldpolitik signalisiert. Die längerfristigen Inflationserwartungen seien trotz des aktuellen Energieschocks offenbar stabil. Mit der Nachricht von einer Einigung auf eine zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg sind die Ölpreise zuletzt stark zurückgegangen, was die Inflationsgefahr in den USA dämpfen dürfte.

(Bericht von Howard Schneider, geschrieben von Reinhard Becker. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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