Wien, 09. Apr (Reuters) - Die Raiffeisen Bank International (RBI) will die Wiener Addiko Bank übernehmen. Das in Osteuropa sowie Russland und der Ukraine engagierte Institut kündigte in der Nacht zum Donnerstag ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die auf den Balkan fokussierte Bank an. Die RBI bietet 23,05 Euro je Addiko-Aktie in bar. Die Offerte ist an eine Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent geknüpft. Laut einem von der RBI eingeholten Gutachten liegt der Angebotspreis rund 20 Prozent über dem ermittelten Eigenkapitalwert der Addiko Bank. Die Annahmefrist für die Aktionäre soll zehn Wochen betragen.
Im Zuge der Transaktion plant die RBI eine Aufspaltung der Addiko Bank. Das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich will die RBI behalten, teilte das Institut mit. Damit würde sie ihren Marktanteil in Kroatien ausbauen und gemessen an der Bilanzsumme zur viertgrößten Bank des Landes aufsteigen. Zudem würde die RBI in den slowenischen Markt zurückkehren. Die Addiko-Töchter in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro sollen hingegen nach einer erfolgreichen Übernahme an die serbische Alta Group verkauft werden. Eine entsprechende Vereinbarung solle abgeschlossen werden.
Der Abschluss der Übernahme wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Die Transaktion würde zunächst einen negativen Effekt von rund 45 Basispunkten auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns haben, wobei das Russland-Geschäft nicht eingerechnet ist. Nach dem für die zweite Jahreshälfte 2027 geplanten Verkauf der Balkan-Töchter dürfte sich die Belastung auf rund zehn Basispunkte verringern.
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)