(durchweg neu)
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Haftbefehl war ausgelaufen
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Ermittler: Weiterhin entschlossen, Yoon in Gewahrsam zu nehmen
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Yoon soll verhört werden zu Vorwürfen, er habe Aufruhr geschürt
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Versuch zur Festnahme vergangene Woche gescheitert | |
Seoul, 07. Jan (Reuters) - Die südkoreanische Justiz | |
dringt weiter auf eine Festnahme des suspendierten Präsidenten | |
Yoon Suk Yeol. Ein Gericht erneuerte am Dienstag den | |
ausgelaufenen Haftbefehl. Einen Antrag der Anwälte Yoons auf | |
eine einstweilige Verfügung zur Aufhebung des Haftbefehls wies | |
es bereits am Sonntag ab, wie ein Sprecher des | Gerichts |
mitteilte. Der Leiter der Ermittlungseinheit sagte, man sei | |
weiter entschlossen, Yoon in Gewahrsam zu nehmen. |
Yoon hatte vor einem Monat kurzzeitig das Kriegsrecht ausgerufen, um gegen die Opposition vorzugehen. Er warf ihr vor, Handlanger des kommunistischen Nordkoreas zu sein und den parlamentarischen Prozess zu lähmen. Nach massiven Protesten auch aus seiner eigenen Partei hob er das Kriegsrecht sechs Stunden später wieder auf. Für sein Vorgehen entschuldigte er sich, Forderungen nach einem Rücktritt wies er aber zurück.
Die Staatsanwaltschaft leitete strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn ein. Ihm wird das Schüren von Aufruhr vorgeworfen, wofür die Immunität des Präsidenten nicht gilt. Ladungen zur Vernehmung kam Yoon aber wiederholt nicht nach. Den daraufhin erlassenen Haftbefehl konnten die Ermittler nicht umsetzen. Ihr Versuch, Yoon festzunehmen, scheiterte vergangene Woche, als sie von einer Menschenkette aus Hunderten Mitgliedern der Präsidentengarde und des Militärs am Zugang zu Yoons Residenz gehindert wurden.
(Bericht von Ju-min Park, geschrieben von Christian Rüttger, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)