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Insider: Russische Luftabwehr hat Flugzeug abgescho |
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Passagier berichtet von mindestens einem lauten Knall |
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Passagierflüge in den Süden Russlands gestrichen |
(Neu: Insider, Airline, russische Behörde) |
Moskau, 27. Dez (Reuters) - |
Der Absturz eines Passagierflugzeugs über Kasachstan mit über drei Dutzend Toten ist wahrscheinlich auf äußere Gewalteinwirkung zurückzuführen. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Maschine "externen physischen und technischen Störungen" ausgesetzt war, teilte der Betreiber der Unglücksmaschine, die Fluglinie Azerbaijan Airlines, am Freitag mit. Vier mit den bisherigen Ergebnissen der aserbaidschanischen Untersuchung vertraute Personen sagten Reuters, die russische Luftabwehr habe das Flugzeug irrtümlich abgeschossen.
Ein Passagier der Unglücksmaschine sagte Reuters, es |
habe beim Anflug auf Grosny, Hauptstadt der russischen |
Teilrepublik Tschetschenien, mindestens einen lauten Knall |
gegeben. "Ich dachte, das Flugzeug würde auseinanderfallen", |
sagte der im Krankenhaus behandelte Subhonkul Rachimow Reuters. |
Nach dem lauten Knall habe sich das Flugzeug seltsam verhalten, |
als sei es betrunken, sagte er. |
Am Mittwoch war das Passagierflugzeug vom Typ Embraer |
190 auf dem Flug von Baku nach Grosny in der Nähe der |
kasachischen Stadt Aktau abgestürzt. Dabei starben 38 Menschen, |
zahlreiche andere überlebten. Das Flugzeug war über ein Gebiet |
im Süden in Russlands geflogen, in dem das Militär bei der |
Abwehr ukrainischer Drohnenangriffe aktiv ist. Grosny war in der |
Vergangenheit Ziel ukrainischer Luftschläge. An Bord des |
Flugzeugs waren nach Angaben der Azerbaijan Airlines 62 |
Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. Das westliche |
Militärbündnis Nato fordert die Aufklärung der Hintergründe des |
Desasters. |
RUSSISCHE REGIERUNG HÄLT SICH BEDECKT |
Die russische Regierung reagierte zunächst zurückhaltend |
auf die Hinweise, das Flugzeug sei abgeschossen worden. Die |
Untersuchung müsse abgewartet werden, um zu verstehen, was |
passiert sei, hieß es lediglich. Die russische Luftfahrtbehörde |
Rosawiatsia teilte mit, die Unglücksmaschine habe ursprünglich |
nach Tschetschenien fliegen sollen. Wegen dichten Nebels und |
einer Drohnenwarnung sei die Route jedoch geändert worden. Der |
Kapitän des Flugzeugs habe die Möglichkeit gehabt, auf anderen |
Flughäfen auszuweichen, habe sich jedoch für Aktau in Kasachstan |
entschieden. Zur Absturzursache teilte Rosawiatsia nichts mit, |
erklärte jedoch, die Untersuchungen in Kasachstan und |
Aserbaidschan zu unterstützen. |
Als Folge des Unglücks sperrte Russland den Luftraum im |
Süden des Landes. Eine Maschine der Azerbaijan Airlines auf dem |
Weg in die südrussische Stadt Mineralnie sei daher am Freitag |
nach Baku zurückgekehrt, berichtete die russische |
Nachrichtenagentur Tass. Die russische Nachrichtenagentur |
Interfax berichtete, Azerbaijan Airlines habe Flüge in sieben |
russische Städte eingestellt. Die Gesellschaft fliege aber |
weiterhin sechs große russische Städte an, darunter Moskau und |
St. Petersburg. Die Fluglinie Flydubai teilte am Freitag mit, |
Flüge aus Dubai zu zwei Destinationen im Süden Russlands seien |
als Konsequenz aus dem Absturz gestrichen worden. |
(Bericht von Reuters, geschrieben von Anneli Palmen Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)