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20.02.2025 /11:05:14
FOKUS 1-Knorr-Bremse rechnet mit Konjunkturbelebung - Schienengeschäft brummt

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Knorr-Bremse-Chef kündigt weitere Verkäufe an

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2026 soll vor allem Lkw-Geschäft anziehen

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Aktie legt mehr als fünf Prozent zu
 
(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Aktie)
Berlin, 20. Feb (Reuters) - Der Lkw- und Bahn-Zulieferer
Knorr-Bremse <KBX.DE> blickt nach einem Gewinnplus 2024
zuversichtlich in die Zukunft. Im laufenden Jahr dürfte sich die
Gewinnmarge weiter verbessern, teilte das Unternehmen am
Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Vor allem das
Geschäft mit Schienenfahrzeugen läuft derzeit gut. 2026 dürfte
dann auch die Nachfrage nach Teilen für Nutzfahrzeuge anziehen,
sagte Knorr-Bremse-Chef Marc Llistosella. Dabei dürfte vor allem
der Geschäftsumbau Früchte tragen, den Llistosella dem
Unternehmen verordnet hat. "Die Strukturmaßnahmen, die wir
zuletzt durchgeführt haben und die in den nächsten zwölf Monaten
noch kommen, werden dazu führen, dass wir in der Truck-Sparte
einen gehörigen Rückenwind erhalten."
Knorr-Bremse hatte zuletzt eine Reihe von Bereichen
verkauft, die nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt werden.
Llistosella sagte, in den kommenden 18 Monaten sei mit zwei
weiteren Verkäufen zu rechnen. Das Unternehmen werde sich von
den Bereichen trennen, wo es nicht der beste Eigentümer sei.
Details nannte er nicht. Zugleich stärkte sich das Unternehmen
etwa mit der Signaltechnik-Sparte von Alstom  <ALSO.PA> in den
USA. Der Manager betonte, das Programm Boost 2026, unter dem der
Geschäftsumbau zusammengefasst wird, ziele nicht darauf ab,
kurzfristig die Rendite zu steigern, sondern solle langfristig
wirken. Zugleich rechnet Knorr-Bremse für das laufende Jahr mit
möglichen weiteren Restrukturierungskosten von bis zu 50
Millionen Euro für die Optimierung der weltweiten Produktion.
Knorr-Bremse verfolge schon seit längerem den Ansatz,
jeweils in den Regionen für den örtlichen Markt zu produzieren,
sagte Finanzchef Frank Weber. Möglichen US-Zöllen sehe das
Unternehmen deswegen gelassen entgegen. "Wir beziehen nur in
begrenztem Umfang Importmaterial aus anderen Ländern." Insgesamt
erwirtschaftet Knorr-Bremse rund 30 Prozent seines Umsatzes in
Nordamerika.
 
GEWINN UND UMSATZ 2024 GESTIEGEN
 
Im vergangenen Jahr verdiente Knorr-Bremse dank eines
brummenden Geschäfts mit der Ausstattung von Schienenfahrzeugen
mehr. Der operative Betriebsgewinn (Ebit) stieg im abgelaufenen
Geschäftsjahr auf 966 Millionen Euro nach 893 Millionen Euro im
Vorjahr. Der Konzernumsatz lag trotz der deutlichen Abschwächung
des Truck-Markts und diverser Unternehmensverkäufe mit 7,88
Milliarden Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau. Die operative
Ebit-Marge erhöhte sich auf 12,3 von 11,3 Prozent. "Unsere
Finanzstruktur ist hervorragend, unser Eigenkapital ist hoch und
wir sind langfristig finanziert ? eine solide Basis, um im
aktuell anspruchsvollen Marktumfeld zu bestehen und
Wachstumschancen gezielt zu nutzen", sagte Weber.

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Münchner Unternehmen einen Umsatz zwischen 8,1 und 8,4 Milliarden Euro und eine operative Ebit-Marge von 12,5 bis 13,5 Prozent. An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Knorr-Bremse-Aktien legten mehr als fünf Prozent zu. Die Experten von JP Morgan verwiesen darauf, dass der Barmittelzufluss zuletzt besser ausgefallen sei als erwartet und die Zukunftsaussichten günstig seien.

(Bericht von Christina Amann und Philipp Krach, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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