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19.02.2025 /08:24:53
Britische Inflation zieht kräftig an: Teuerungsrate bei 3,0 Prozent

London, 19. Feb (Reuters) - Die Inflation in Großbritannien ist zu Jahresbeginn kräftig auf dem Vormarsch. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 3,0 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 2,5 Prozent im Dezember, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Wert von 2,8 Prozent gerechnet. Die Zentralbank strebt einen Wert von zwei Prozent an: Die Bank of England (BoE) hat den Leitzins Anfang des Monats zum dritten Mal seit dem Sommer 2024 gesenkt - und zwar um einen Viertelpunkt auf 4,50 Prozent. Laut BoE-Chef Andrew Bailey wird sie bei weiteren Zinssenkungen einen "schrittweisen und vorsichtigen Ansatz" verfolgen.

Dafür spricht auch das zuletzt beschleunigte Lohnwachstum in Großbritannien. Die Löhne (ohne Bonuszahlungen) in der Privatwirtschaft stiegen in den letzten drei Monaten des vorigen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg seit einem Jahr. Für die Notenbank, die am 20. März wieder über den Leitzins entscheidet, ist das Lohnwachstum eine wichtige Kennziffer zur Messung des inländischen Inflationsdrucks.

Die Währungshüter in London gehen davon aus, dass eine Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt wahrscheinlich dafür sorgen wird, dass sich die Lohnforderungen in diesem Jahr in Grenzen halten werden. Die Zentralbank erwartet, dass die Inflation im dritten Quartal dieses Jahres mit 3,7 Prozent ihren Höhepunkt erreichen wird. Hauptursache für den Teuerungsschub sind höhere Energiekosten und regulierte Tarife für Stromrechnungen und Busfahrten.

(Bericht von William Schoberg, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Sabine Ehrhardt Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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