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23.02.2025 /18:58:54
Wahl-Reaktionen aus der Wirtschaft: "Den Abstieg endlich umkehren"

Berlin, 23. Feb (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft sieht im Ausgang der Bundestagswahl einen klaren Auftrag für einen Kurswechsel. "Das Ergebnis zeigt: Es gibt ein klares Mandat an Union und Friedrich Merz, den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands endlich umzukehren", sagte die Präsidentin des Verbandes "Die Familienunternehmer", Marie-Christine Ostermann, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. "Dafür braucht es dringend eine bessere Wirtschaftspolitik und Reformen." Die deutsche Wirtschaft stecke nicht in einer Konjunkturdelle, sagte sie angesichts von zwei Rezessionsjahren in Folge. "Wir haben eine strukturelle Wirtschaftskrise." Der Standort Deutschland sei in Gänze nicht mehr wettbewerbsfähig. Es gehe um die Überlebensfrage für Tausende Unternehmen und deren Arbeitsplätze.

"Die Erwartungen an eine aller Voraussicht nach unionsgeführte Bundesregierung sind hoch", sagte der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB), Marc Tenbieg. "Diese steht vor der Aufgabe, die deutsche Volkswirtschaft aus einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte zu führen." Im Wahlprogramm von CDU/CSU fänden sich die meisten mittelstandsfreundlichen Ansätze aller Parteien. Aber um diese umsetzen zu können, brauche es eine handlungsfähige und vor allem stabile Koalition. "Ein erneutes Gegeneinander der Regierungsparteien kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht erlauben", sagte Tenbieg. "Der Mittelstand benötigt Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen." Dazu zählten insbesondere ein spürbarer Bürokratieabbau, eine bezahlbare Energieversorgung sowie eine Reduzierung der Unternehmensbesteuerung und gezielte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Das könne nur ein pragmatisches Bündnis der Mitte-Parteien realisieren. In den Koalitionsverhandlungen unter den demokratischen Parteien dürfe es nicht um Sympathien gehen, sondern darum, die beste Lösung für den Wirtschaftsstandort zu finden ? und das am besten schnell, sagte Tenbieg.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Wollrab - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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