| * 178.000 neue Stellen im März - Arbeitslosenquote sinkt | ||
| * | Ökonomen: Iran-Krieg wird noch durchschlagen | |
| (neu: mit Ökonomen, Stundenlöhne) | ||
| Washington, 03. Apr (Reuters) - Am | US-Arbeitsmarkt sind | |
| im März trotz neuer Unsicherheit durch den Iran-Krieg fast | ||
| dreimal so viele neue Jobs entstanden wie erwartet. Unter dem | ||
| Strich entstanden 178.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, | ||
| wie aus dem am Freitag vorgelegten Bericht der Regierung | ||
| hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen | ||
| hatten nur einen Anstieg um 60.000 erwartet. Allerdings: Im | ||
| Februar waren 133.000 Arbeitsplätze weggefallen, wozu eine | ||
| Kältewelle und Streikaktionen beitrugen. Eine erste Schätzung | ||
| hatte nur einen Rückgang um 92.000 ergeben. Die | ||
| Arbeitslosenquote ging von Februar auf März überraschend von 4,4 | ||
| auf 4,3 Prozent zurück. | ||
""Die These von einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt können wir vorerst ad acta legen", sagte Chefanalyse Steve Sosnick vom Handelshaus Interactive Brokers. "Man kann dies nur als einen soliden Bericht bezeichnen." Allerdings verlangsamte sich das Lohnwachstum: Hier gab es von Februar auf März ein Plus von 0,2 Prozent, was Experten zufolge eine geringere Nachfrage nach Arbeitskräften signalisiert. "Entscheidend ist aber, dass die Arbeitslosigkeit nicht in die Höhe schnellt, was ein gutes Zeichen für die Wirtschaft ist", sagte hefstratege Mark Lunischi vom Finanzhaus Janney Montgomery Scott.
Ökonomen zufolge dürfte der seit fünf Wochen währende Krieg der USA und von Israel gegen den Iran viele Unternehmen verunsichern, was auch auf den Arbeitsmarkt ausstrahlen dürfte. "Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass die Unsicherheit die Unternehmen bei der Einstellung von Mitarbeitern bremst", sagte Volkswirtin Sophia Kearney-Lederman vom Finanzhaus FHN Financial. "Damals lag die große Unsicherheit bei den Zöllen. Dieses Jahr geht es darum, was der Konflikt im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise bedeuten werden." Die weltweiten Ölpreise sind infolge des Krieges um mehr als 50 Prozent gestiegen, was auch die Benzinpreise in den USA in die Höhe treibt.
Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich. US-Notenbankchef Jerome Powell signalisierte trotz des Nahostkonflikts jüngst eine abwartende Haltung in der Geldpolitik. Diese sei an einem guten Punkt, um abzuwarten und zu beobachten, wie sich die aktuelle Lage entwickle.
(Bericht von Lucia Mutikani, geschrieben von Rene Wagner Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)