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03.04.2026 /15:33:26
Russland verlegt sich auf Tag-Angriffe - Spekulkation über neue Taktik

Kiew, 03. Apr (Reuters) - Bei großangelegten russischen Tag-Angriffen sind in der Ukraine am Freitag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Drohnen hätten Wohngebäude und zivile Infrastruktur in den zentralen Regionen Schytomyr und Kiew getroffen, teilten die dortigen Gouverneure über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei sei jeweils ein Mensch getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Angriffe auf X als "Zuspitzung zu Ostern". Die russischen Streitkräfte hätten ihre Angriffe in einer Zeit intensiviert, in der eigentlich Ruhe am Himmel herrschen sollte. Selenskyj hatte Anfang der Woche eine Feuerpause für die Osterfeiertage vorgeschlagen.

Russland ändert mit den Angriffen tagsüber offenbar seine Taktik. Seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren hatte die Armeeführung Drohnen und Raketen zumeist nachts abfeuern lassen. In den vergangenen Wochen startete sie mehrfach Hunderte von Drohnen und Raketen am Tag. Der Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat, sagte im Staatsfernsehen, der Feind nutze neue Routen, ständig modernisierte Drohnen und eine neue Taktik. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko warf Russland auf X vor, die Zahl der zivilen Opfer erhöhen zu wollen, Angst zu verbreiten und die ukrainische Infrastruktur zu beschädigen.

Die ukrainische Luftwaffe zerstörte nach eigenen Angaben seit Donnerstagabend 515 von 542 Drohnen sowie 26 von 37 Raketen. In der Region Kiew wurde neben Wohnhäusern und Verwaltungsgebäuden eine Tierklinik beschädigt, wobei 20 Tiere getötet wurden, wie Gouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte. In der Region Schytomyr wurden den Behörden zufolge 18 Gebäude zerstört und mehr als 100 beschädigt. Im nordöstlichen Gebiet Charkiw kamen nach Angaben des Gouverneurs Oleh Synjehubow in den vergangenen 24 Stunden zwei Menschen ums Leben, mehr als zwei Dutzend weitere wurden verletzt. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, sprach von der vielleicht intensivsten Angriffsserie seit Beginn des Krieges.

(Bericht von Yuliia Dysa und Max Hunder, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Rene Wagner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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