Nachricht


04.04.2026 /15:54:07
FOKUS 1-Ende des Krieges mit Iran nicht in Sicht - Trump unter Druck

(Neu: Suche nach US-Flieger, Iranische Außenminister, Spekulation über Kabinettsumbildung)

*Trump lässt sich über Rettungsmaßnahmen informieren
 
*Zweiter US-Jet über Kuwait abgestürzt
 
*Iran zeigt sich zu Gesprächen in Pakistan bereit
 
*Projektil schlägt in der Nähe des AKW Buschehr ein
 
Kairo/Washington, 04. Apr (Reuters) - Trotz der
wiederholten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine
drückende militärische Überlegenheit und über die angebliche
Bitte Irans um Verhandlungen deutet sich kein Ende des Krieges
an. Zudem mehren sich die Anzeichen, dass Trump mit zunehmender
Dauer der Kämpfe innenpolitisch unter Druck gerät. Am Samstag
dauerte die Suche nach dem zweiten Besatzungsmitglied des am
Freitag über der Islamischen Republik abgeschossenen
US-Kampfjets an. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, das
Gebiet um die Absturzstelle zu durchkämmen. Der Gouverneur der
Region versprach jedem eine Belohnung, der Feinde gefangen nehme
oder töte. Auch die Amerikaner suchen nach dem
Besatzungsmitglied der F-15E. Ein Mitarbeiter der US-Regierung
sagte Reuters, Trump befinde sich im Weißen Haus und lasse sich
über den Stand der Rettungsmaßnahmen informieren.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zeigte sich zwar am Samstag offen für Vermittlungsgespräche in Pakistan. Er ging jedoch nicht auf Trumps Forderungen zur Einstellung der Angriffe ein: "Uns geht es um die Bedingungen für ein endgültiges und dauerhaftes Ende des uns aufgezwungenen illegalen Krieges", schrieb er auf X. Damit erhöhte er den Druck auf die US-Regierung, denn derzeit besteht kaum Aussicht auf Friedensgespräche und damit ein Ende des in den USA unpopulären Krieges. Zudem werden mit dem Abschuss des US-Jets die Risiken der eigenen Soldaten deutlich und widersprechen Aussagen Trumps, seines Verteidigungsministers Pete Hegseth, die US-Streitkräfte hätten die vollständige Kontrolle über den iranischen Luftraum. Trumps Ankündigung, den Iran "zurück in die Steinzeit" zu bomben wird zunehmend unglaubwürdiger.

Dies spiegelt sich auch in sinkenden Zustimmungswerten für Trump. Nach Angaben von Insidern erwägt er deshalb eine Kabinettsumbildung. Ein Umbau der Regierungsmannschaft könnte Trump einen Neustart in einer schwierigen Phase ermöglichen, sagten fünf mit den internen Diskussionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Druck auf Trump war nach seiner Rede an die Nation am vergangenen Mittwoch gestiegen. Sie sollte Stärke und Kontrolle im Iran-Krieg vermitteln, verfehlte einem Insider zufolge jedoch ihre Wirkung. In einer aktuellen Umfrage von Reuters/Ipsos heißen 36 Prozent der US-Bürger Trumps Amtsführung gut. Dies ist der niedrigste Wert seit seinem Amtsantritt im Januar 2025. In seiner Republikanischen Partei facht dies Sorgen vor den Kongress-Zwischenwahlen im November an.

13 US-SOLDATEN GETÖTET - ÜBER 300 VERLETZT

Bislang sind 13 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Über 300 wurden verwundet, teilte das US Central Command mit. Neben der F-15E ist auch ein Erdkampfflugzeug vom Typ A-10 von den Iranern abgeschossen worden. Der Pilot konnte sich nach Angaben von US-Regierungsmitarbeitern mit dem Schleudersitz über Kuwait retten. Die zwei Black Hawk-Hubschrauber, die am Freitag an der Suche nach dem vermissten Piloten beteiligt waren, seien von iranischem Feuer getroffen worden, konnten aber den iranischen Luftraum verlassen, wie sie Reuters sagten.

Die Iraner, die von der amerikanischen Luftwaffe schwer getroffen wurden, feierten die Abschüsse. Mohammed Baker Kalibaf erklärte, der Krieg sei von einem Regimewechsel zu einer Jagd auf Piloten herabgestuft worden.

Am Samstag dauerten die Kampfhandlungen an. Iranische Staatsmedien meldeten Luftangriffe auf ein petrochemisches Gebiet im Südwesten des Landes. Ein Geschoss traf demnach ein Nebengebäude in der Nähe des Geländes des iranischen Atomkraftwerks Buschehr und tötete dabei eine Person. Iranische Medien berichteten außerdem von Luftangriffen auf Lagerhäuser mit abgefülltem Wasser im Westen Irans. Das israelische Militär gab eine neue Angriffswelle auf Teheran bekannt.

Die Revolutionsgarden meldeten, einen Frachter in der Straße von Hormus mit einem Drohnenangriff in Brand gesteckt zu haben. Behörden in Dubai erklärten, Flugkörper abgefangen zu haben. Die Trümmer hätten Fassaden zweier Gebäude beschädigt.

(Bericht von Hatem Maher und Phil Stewart, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.