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| München, 05. Apr (Reuters) - Die 40 wichtigsten |
| börsennotierten Unternehmen Deutschlands schütten für das |
| abgelaufene Jahr so viel Dividende aus wie nie zuvor. Die |
| Ausschüttung der Dax <.GDAXI>-Konzerne steigt um knapp sechs |
| Prozent auf 55,3 Milliarden Euro, wie die Unternehmensberatung |
| EY in einer am Sonntag veröffentlichten Studie ermittelt hat. Am |
| meisten zahlt erneut die Allianz <ALVG.DE>, die 6,5 Milliarden |
| Euro als Dividende an ihre Aktionäre weiterreicht, gefolgt von |
| der Deutschen Telekom <DTEGn.DE> mit 4,8 Milliarden und |
| Siemens <SIEGn.DE> mit knapp 4,2 Milliarden. 25 Dax-Konzerne |
| haben die Dividende erhöht, zehn haben sie gesenkt, |
| Zalando <ZALG.DE> zahlt als einziges der 40 Unternehmen keine |
| Dividende. |
Kürzertreten müssen vor allem die Aktionäre der deutschen Autobauer, die zumeist mit dem Umbau zum Elektroantrieb kämpfen. Volkswagen <VOWG.DE>, Mercedes-Benz <MBGn.DE>, BMW <BMWG.DE> und die Porsche SE <PSHG_p.DE> schütten zusammen elf Milliarden Euro aus, elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Sinkende Gewinne, hohe Investitionen in Innovationen und Restrukturierungskosten schlagen sich in deutlich niedrigeren Dividenden nieder", sagt EY-Manager Jan Brorhilker. "In dieser Situation müssen auch die Aktionäre ihren Anteil beitragen ? in Form deutlich niedrigerer Dividenden."
Die größten Dividendensprünge gibt es beim Flugzeugbauer MTU <MTXGn.DE> (plus 64 Prozent) und den beiden Großbanken: Die Commerzbank <CBKG.DE> zahlt 61 Prozent mehr, die Deutsche Bank <DBKGn.DE> legt knapp 44 Prozent drauf.
Leisten können sich das die Dax-Konzerne. Ihre Nettogewinne nach Anteilen Dritter sind um 25 Prozent auf 115,6 Milliarden Euro gestiegen. Bereinigt um den Bilanzeffekt bei der Porsche SE aus der Mega-Abschreibung von mehr als 23 Milliarden Euro auf die Firmenwerte von Volkswagen und dem Sportwagenbauer Porsche AG <P911_p.DE> im Jahre 2024 blieben die Gewinne insgesamt stabil. Bayer <BAYGn.DE> und Continental <CONG.DE> zahlen trotz Nettoverlusten eine Dividende.
"Trotz der schwierigen Wirtschaftslage und trotz erheblicher konjunktureller und politischer Risiken demonstrieren die DAX-Unternehmen Zuversicht. Viele von ihnen haben sehr gute Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Davon profitieren die Anleger", sagt Brorhilker. Das dürfte sich seiner Ansicht nach aber in diesem Jahr ändern: "Gerade einige Industrieunternehmen stecken in einer tiefgreifenden Transformation. Insgesamt wäre im kommenden Jahr eine Gesamtausschüttung auf dem aktuellen Niveau eine große Überraschung ? die Anleger sollten sich eher auf Rückgänge einstellen."
(Bericht von Alexander Hübner Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)