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05.04.2026 /10:01:51
FOKUS 1-USA retten abgeschossenen Soldaten im Iran - Teheran meldet Abschuss von US-Helikoptern

* Zweiter Pilot von US-Kampfjet gerettet
 
*Trump setzt erneut Ultimatum - Bis Montag
 
(durchweg neu)
Washington/Kairo, 05. Apr (Reuters) - Die USA haben auch
den zweiten über dem Iran abgeschossenen Piloten gerettet. Das
US-Militär habe in den vergangenen Stunden eine der kühnsten
Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte des Landes
erfolgreich abgeschlossen, erklärte US-Präsident Donald Trump am
frühen Sonntagmorgen in einer von seiner Sprecherin Karoline
Leavitt auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung. Der
Pilot sei der zweite und letzte vermisste Soldat der
zweiköpfigen Besatzung eines F-15-Kampfjets gewesen, der nach
iranischen Angaben am Freitag abgeschossen worden war. Der Pilot
sei zwar verletzt, aber "gesund und munter", schrieb Trump auf
seiner Plattform Truth Social.

Bei der US-Rettungsmission seien mehrere Fluggeräte zerstört worden, teilten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit. Einem iranischen Militärsprecher zufolge befanden sich ein C-130-Militärtransportflugzeug und zwei Black-Hawk-Hubschrauber unter den abgeschossenen Maschinen. Das US-Verteidigungsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Zugleich setzte Trump der Führung in Teheran ein Ultimatum bis Montag um 16.00 Uhr (MESZ), um einem Friedensabkommen zuzustimmen oder die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die Zeit laufe ab, schrieb er am Samstag auf Truth Social. Sollte der Iran nicht einlenken, werde "die Hölle über sie hereinbrechen". Im Verlauf des Krieges hatte Trump wiederholt Andeutungen über diplomatische Fortschritte mit der Drohung vermischt, die Islamische Republik "in die Steinzeit zurückzubomben". Der israelischen Regierung zufolge bereitet sich das Land darauf vor, innerhalb der nächsten Woche iranische Energieanlagen anzugreifen. Man warte jedoch noch auf die Zustimmung der USA, verlautete aus hochrangigen israelischen Verteidigungskreisen. Der Iran reagierte iranischen Medienberichten zufolge mit der Warnung, die gesamte Region werde zu einer Hölle für die USA und Israel werden, sollten diese ihre Angriffe ausweiten.

Der Iran griff Israel weiter mit Drohnen und Raketen an und beschoss auch Ziele in den Golfstaaten. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von Drohnenangriffen auf US-Radaranlagen und ein mit den USA verbundenes Aluminiumwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie auf ein US-Militärhauptquartier in Kuwait. Dies sei die Vergeltung für tödliche Angriffe auf iranische Industriezentren. In Kuwait traf eine iranische Drohne nach Angaben des dortigen Finanzministeriums einen Bürokomplex der Regierung. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden, es habe jedoch keine Opfer gegeben. Die staatliche Ölgesellschaft Kuwait Petroleum machte den Angriff für ein Feuer auf dem Gelände verantwortlich. Zuvor hatte der Iran nach Angaben der Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus mit einer Drohne angegriffen und in Brand gesetzt, das Verbindungen zu Israel haben soll. Zudem erklärten die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen, sie hätten Israel in einer gemeinsamen Aktion mit den iranischen Revolutionsgarden, der iranischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz angegriffen. Israel bestätigte dies zunächst nicht.

Nach einem vierten Angriff in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr am Samstag warnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi die Vereinten Nationen (UN) staatlichen Medien zufolge vor einer "unerträglichen Situation, die ein ernsthaftes Risiko eines Austritts von Radioaktivität birgt". Dennoch ließ er die Tür für Verhandlungen offen. "Was uns interessiert, sind die Bedingungen für ein endgültiges und dauerhaftes Ende des illegalen Krieges, der uns aufgezwungen wird", erklärte Araghtschi auf X. Der Iran habe sich nie geweigert, zu den von Pakistan vermittelten Friedensgesprächen nach Islamabad zu reisen. Der Krieg begann am 28. Februar und befindet sich damit in der sechsten Woche. Bislang hat er bereits Tausende Menschenleben gefordert. Die fast vollständige Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat eine Energiekrise ausgelöst und bedroht die Weltwirtschaft. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases durch diese Meerenge transportiert. Umfragen zufolge ist die Zustimmung der US-Bevölkerung zu dem Krieg niedrig.

(Bericht von Phil Stewart, Enas Alashray, bearbeitet von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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