| * Zweiter Pilot von US-Kampfjet gerettet | |
| * | Trump setzt Ultimatum und droht mit schweren Angriffen |
| * | Keine Anzeichen für Einlenken Irans |
| (Neu: Trump, Hintergrund) | |
| Washington/Kairo, 05. Apr (Reuters) - US-Spezialkräfte | |
| haben in einem spektakulären Einsatz das Besatzungsmitglied | |
| eines über dem Iran abgeschossenen Kampfjets aufgespürt und in | |
| Sicherheit gebracht. Der Waffensystemoffizier der am Freitag | |
| abgeschossenen F-15 sei verwundet, werde sich aber vollständig | |
| erholen, erklärte US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf der | |
| Online-Plattform X. Er bezeichnete den Einsatz in einer | |
| Bergregion als eine der kühnsten Such- und Rettungsaktionen in | |
| der Geschichte der USA. Der Iran meldete allerdings die | |
| Zerstörung von zwei Tankflugzeugen und zwei Helikoptern, die an | |
| der Rettungsaktion beteiligt gewesen sein sollen. Von | |
| amerikanischer Seite hieß es dagegen, eigene Flugzeuge seien | |
| wegen Fehlfunktionen zerstört worden. | |
Der Pilot der zweisitzigen F-15 war den Angaben zufolge bereits am Freitag gerettet worden. Der Offizier sei in einer Felsspalte geortet und gerettet worden, hieß es. An dem Einsatz seien Dutzende Militärflugzeuge beteiligt gewesen, sagte ein Vertreter der US-Regierung. Die Truppen seien auf heftigen Widerstand der iranischen Streitkräfte gestoßen. Die Rettung sei auch dank einer List gelungen. Demnach streute der Geheimdienst CIA das Gerücht, US-Truppen hätten den vermissten Offizier gefunden und brächten ihn auf dem Landweg außer Landes. Dies habe die iranischen Kräfte verwirrt.
Die US-Streitkräfte mussten einem Insider zufolge mindestens ein eigenes Flugzeug wegen eines technischen Defekts zerstören. Einem Bericht der Zeitung "Wall Street Journal" zufolge sprengten US-Truppen zwei speziell ausgerüstete MC-130J-Maschinen nach einer Fehlfunktion. Das iranische Militär erklärte, es seien mehrere US-Flugzeuge zerstört worden, darunter zwei Transportmaschinen und zwei Black-Hawk-Hubschrauber. Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten ausgebrannte Wrackteile, die die Nachrichtenagentur Reuters der Region zuordnen konnte.
Die erfolgreiche Rettungsaktion fällt in die sechste Woche des Krieges, der eine weltweite Energiekrise ausgelöst hat. Trump hatte der Islamischen Republik am Samstag eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Durch die Meerenge wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgasversorgung abgewickelt. Am Sonntag drohte der US-Präsident mit Angriffen auf die Infrastruktur: "Dienstag wird im Iran Kraftwerks-Tag und Brücken-Tag in einem sein." Er forderte erneut: Öffnet die Meerenge, "oder ihr werdet in der Hölle leben". Israel bereitet sich einem ranghohen israelischen Militärangehörigen zufolge darauf vor, in der kommenden Woche iranische Energieanlagen anzugreifen. Man warte noch auf die Zustimmung aus Washington.
Der Iran zeigt trotz der schweren Schäden an seiner militärischen und zivilen Infrastruktur keine Anzeichen für ein Einlenken. Friedensbemühungen unter der Vermittlung Pakistans blieben bislang erfolglos. Die Regierung in Teheran setzte ihre Raketen- und Drohnenangriffe gegen Golf-Staaten und Israel fort. Am Sonntag griff das iranische Militär petrochemische Anlagen in Bahrain und Abu Dhabi an. Kuwait meldete schwere Schäden an petrochemischen Anlagen nach einem Drohnenangriff. Bereits am Samstag setzte das iranische Militär nach eigenen Angaben einen Frachter mit Bezug in der Straße von Hormus mit einer Drohne in Brand. Dagegen ließ es am Sonntag einen Öltanker mit Ziel Malaysia passieren.
Die Minister der Opec-Ölförderländer wollten am Sonntag zu Beratungen zusammenkommen. Wegen der Blockade der Straße von Hormus und der Schäden an der Infrastruktur gilt eine sofortige Ausweitung der Ölproduktion jedoch als ausgeschlossen.
Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass Trump mit zunehmender Dauer der Kämpfe innenpolitisch unter Druck gerät. Nach Angaben von Insidern erwägt er eine Kabinettsumbildung, um vor den Kongress-Zwischenwahlen im November einen politischen Neustart demonstrieren. In einer aktuellen Umfrage von Reuters/Ipsos heißen 36 Prozent der US-Bürger Trumps Amtsführung gut. Dies ist der niedrigste Wert seit seinem Amtsantritt im Januar 2025.
(Bericht von Phil Stewart, Menna AlaaElDin und Enas Alashray, bearbeitet von Kerstin Dörr und Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)