Singapur/Tokio/Peking, 06. Apr (Reuters) - Die asiatischen Aktienmärkte haben zum Wochenstart trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten überwiegend Gewinne verzeichnet. Die japanische Börse hat am Montag fester tendiert. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index <.N225> um 1,7 Prozent auf 54.001,64 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notierte 0,9 Prozent höher bei 3.678,56 Zählern. Die Börse Shanghai blieb geschlossen, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wurde ebenfalls nicht gehandelt.
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende gedroht, iranische Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken anzugreifen, sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht bis Dienstag wieder geöffnet werden. Die Anleger in Tokio schüttelten diese Sorgen jedoch ab und setzten stattdessen auf eine diplomatische Lösung, nachdem Trump auch baldige Verhandlungen in Aussicht gestellt hatte. "Wenn er (Trump) wirklich bereit wäre, die Anlagen des Irans anzugreifen, hätte er es bereits getan", sagte Takamasa Ikeda, Portfoliomanager bei GCI Asset Management.
Auf Unternehmensseite zählten in Japan vor allem Chip- und KI-Werte zu den Gewinnern: Die Aktien von Advantest und der SoftBank Group stiegen um 2,9 beziehungsweise 1,7 Prozent, während Tokyo Electron um ein Prozent zulegte. Zu den größten Verlierern gehörte dagegen der Versicherer T&D Holdings mit einem Minus von 6,2 Prozent. Am japanischen Anleihemarkt stieg die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen aus Sorge vor einer importierten Inflation auf 2,400 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Februar 1999. In China veröffentlichte die Regierung derweil neue Richtlinien zur Förderung des E-Commerce-Sektors, um die heimische Entwicklung besser mit der internationalen Lage in Einklang zu bringen. Devisen Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,58 Yen <JPY=> und legte leicht auf 6,8824 Yuan <CNY=> zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8006 Franken <CHF=> vor. Parallel dazu blieb der Euro <EUR=> fast unverändert bei 1,1520 Dollar und zog leicht auf 0,9222 Franken <EURCHF=> an. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hatte zuvor die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed gedämpft, was der US-Währung Auftrieb gab. Ölpreise Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,7 Prozent auf 109,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 111,49 Dollar. Die Preise wurden von den Drohungen der USA gegen den Iran sowie der Sorge vor iranischen Vergeltungsschlägen auf Ölanlagen in den Golfstaaten angetrieben. Eine von der Opec+ vereinbarte Förderausweitung um 206.000 Barrel pro Tag ab Mai existiert Experten zufolge wegen kriegsbedingter Infrastrukturschäden in der Region vorerst nur auf dem Papier. Wall Street Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 46.504,67 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 <.SPX> notierte kaum verändert bei 6.582,69 Zählern, und der technologielastige Nasdaq <.IXIC> zog um 0,2 Prozent auf 21.879,18 Stellen an. Robuste US-Arbeitsmarktdaten für März mit einem unerwartet starken Stellenaufbau und einer auf 4,3 Prozent gesunkenen Arbeitslosenquote hatten die Wall Street vor dem Wochenende gestützt, erschweren jedoch die künftige Zinspolitik der Fed.
(Bericht von Gregor Stuart Hunter, Satoshi Sugiyama, Junko Fujita, Liz Lee geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)