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| * | Insider: Einigung sollte Montag erfolgen |
| * | Iranischer Insider: Lassen uns nicht unter Druck setzen |
| Washington/Kairo, 06. Apr (Reuters) - Der Iran und die | |
| USA haben einem Insider zufolge einen von Pakistan | |
| ausgearbeiteten Plan zur Beendigung der Kriegshandlungen | |
| erhalten. Dieser könnte bereits am Montag in Kraft treten und | |
| die Straße von Hormus wieder öffnen, sagte eine mit den | |
| Vorschlägen vertraute Person. Pakistan habe den Rahmenplan | |
| ausgearbeitet und diesen über Nacht mit dem Iran und den USA | |
| ausgetauscht. Der Plan sehe einen zweistufigen Ansatz vor, der | |
| eine sofortige Waffenruhe und anschließend ein umfassendes | |
| Abkommen vorsehe. Der Iran bestätigte laut einem Vertreter den | |
| Erhalt des Plans. Zu einer vorübergehenden Waffenruhe sei die | |
| Islamische Republik aber nicht bereit und werde dafür auch die | |
| Straße von Hormus nicht öffnen, sagte der Insider der | |
| Nachrichtenagentur Reuters. Der Iran lasse sich nicht unter | |
| Druck setzen und werde sich auf keine Ultimaten einlassen. Es | |
| habe nicht den Anschein, dass die USA zu einem dauerhaften | |
| Waffenstillstand bereit seien. | |
"Alle Punkte müssen heute vereinbart werden", sagte einer der Insider. Zunächst solle es eine Absichtserklärung geben, die auf elektronischem Weg über Pakistan abgeschlossen werden soll. Das Land fungiere als einziger Kommunikationskanal in den Gesprächen. Der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, habe die ganze Nacht über in Kontakt mit US-Vizepräsident JD Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi gestanden, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters.
Dem Vorschlag zufolge würde eine sofortige Waffenruhe in Kraft treten und die Straße von Hormus wieder geöffnet. Anschließend blieben 15 bis 20 Tage, um eine umfassendere Regelung auszuarbeiten. Die vorläufig als "Islamabad-Abkommen" bezeichnete Vereinbarung würde einen regionalen Rahmen für die Meerenge umfassen. Die abschließenden persönlichen Gespräche sollen in Islamabad stattfinden. Das Nachrichtenportal Axios hatte am Sonntag unter Berufung auf US-amerikanische, israelische und regionale Insider berichtet, dass die USA, der Iran und regionale Vermittler über eine 45-tägige Waffenruhe als Teil eines zweiphasigen Abkommens diskutierten. Dies könne zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen.
Aus den USA lag zunächst keine Stellungnahme vor. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Tahir Andrabi, lehnte einen Kommentar ab.
Das endgültige Abkommen wird dem ersten Insider zufolge voraussichtlich die Verpflichtung des Iran beinhalten, keine Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert und eingefrorene Vermögenswerte freigegeben werden. Iranische Regierungsvertreter hatten Reuters in der Vergangenheit gesagt, dass die Führung in Teheran einen dauerhaften Waffenstillstand anstrebe. Dieser müsse Garantien enthalten, dass das Land nicht erneut von den USA und Israel angegriffen werde.
Die jüngsten diplomatischen Bemühungen fallen in eine Zeit eskalierender Feindseligkeiten. Diese haben die Sorge vor einer Unterbrechung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus geschürt, die eine der wichtigsten Routen für die weltweite Ölversorgung ist. Der Konflikt hat die Schwankungen an den Energiemärkten verstärkt. Händler beobachten die Entwicklungen genau. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen öffentlich auf ein schnelles Ende des Konflikts gedrängt und vor Konsequenzen gewarnt, sollte nicht innerhalb kurzer Zeit ein Waffenstillstand erreicht werden. Am Sonntag drohte Trump mit Angriffen auf die Infrastruktur: "Dienstag wird im Iran Kraftwerks-Tag und Brücken-Tag in einem sein." Er forderte erneut die Öffnung der Meerenge "oder ihr werdet in der Hölle leben". Trump hatte mehrfach Fristen gesetzt. Zuletzt war von Dienstag die Rede.
(Bericht von Reuters, bearbeitet von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte))