Moskau, 06. Apr (Reuters) - Russland heizt nach dem Fund von Sprengstoff an einer Gaspipeline in Serbien Spekulationen über einen angeblichen Anschlag der Ukraine an. Zwar gebe es noch keine endgültigen Beweise, es sei jedoch höchstwahrscheinlich, dass eine Verwicklung Kiews nachgewiesen werde, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Serbien hatte am Sonntag den Sprengstoff der Turkstream-Pipeline gemeldet, durch die russisches Gas unter anderem nach Ungarn transportiert wird. Der Fund könnte den Wahlkampf in Ungarn beeinflussen, wo Ministerpräsident Viktor Orban um seine Wiederwahl bangen muss. Orban, der im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gute Beziehungen zu Russland pflegt, sprach am Sonntag von einem Sabotageakt, für den er indirekt die Ukraine verantwortlich machte.
Die Situation sei potenziell sehr gefährlich, da es sich um eine lebenswichtige Energieleitung handele, warnte am Montag Peskow. Er warf der ukrainischen Regierung vor, bereits in der Vergangenheit in Sabotageakte gegen kritische Energieinfrastruktur verwickelt gewesen zu sein.
Orban hatte am Sonntag nach dem Fund den nationalen Verteidigungsrat einberufen. Er erklärte, die Ukraine versuche seit Jahren, Europa von russischer Energie abzuschneiden. Er machte Kiew jedoch nicht direkt für den Vorfall verantwortlich. Das ukrainische Außenministerium wies jegliche Versuche zurück, das Land mit dem Sprengstoff in Verbindung zu bringen.
(Bericht von Dmitry Antonov, geschrieben von Hans Busemann. Redigiert von Holger Hansen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)