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06.04.2026 /15:48:52
Ungewöhnliche Töne: Nordkorea lobt südkoreanischen Präsidenten

Seoul, 06. Apr (Reuters) - In einer seltenen versöhnlichen Geste hat Nordkorea das Bedauern des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung über grenzüberschreitende Drohnenflüge begrüßt. Es sei "sehr glücklich und klug" von Lee gewesen, sich für die Vorfälle zu entschuldigen, erklärte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, am Montag der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge. Ihr Bruder betrachte dies als "Ausdruck der Haltung eines aufrichtigen und großzügigen Mannes", fügte sie hinzu.

Zuvor hatte Lee sein Bedauern über mindestens zwei Drohnenflüge geäußert. Diese seien von Zivilisten unter Verletzung der Regierungslinie vorgenommen worden, was er als "Revolte" gegen das eigene Land bezeichnete.

Einer Untersuchung zufolge waren ein Mitarbeiter des Geheimdienstes NIS sowie ein aktiver Militärangehöriger in die Vorfälle verwickelt, wie Lee erklärte. Sie hätten damit gegen die südkoreanische Verfassung verstoßen, die Provokationen gegen den Norden verbiete. "Obwohl es nicht die Absicht unserer Regierung war, drücken wir dem Norden unser Bedauern darüber aus, dass durch die unverantwortlichen und rücksichtslosen Handlungen einiger Personen unnötige militärische Spannungen verursacht wurden", sagte der Präsident während einer Kabinettssitzung. Pjöngjang hatte zuvor mitgeteilt, Drohnen aus dem Süden hätten den eigenen Luftraum verletzt, und von einer schweren Provokation gesprochen. Die Fluggeräte seien abgeschossen worden.

Die positiven Äußerungen aus Pjöngjang stehen in starkem Kontrast zu den scharfen Angriffen der vergangenen Jahre. Nordkorea hatte den Süden zuletzt als "feindseligsten Gegner" bezeichnet und das Ziel einer künftigen Wiedervereinigung aufgegeben. Die beiden Staaten befinden sich seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953, der mit einem Waffenstillstand endete, formal weiterhin im Kriegszustand. Lee, der im Juni sein Amt angetreten hatte, hat sich seither mehrfach um eine Verbesserung der angespannten Beziehungen bemüht. Frieden sei die beste Politik für beide Seiten, um Wohlstand zu erreichen, hatte er erklärt.

(Bericht von Kyu-seok Shim, Cynthia Kim, Jack Kim, geschrieben von Hans Busemann. Redigiert von Holger Hansen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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