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06.04.2026 /23:08:07
TOP-THEMA-Trump bekräftigt Iran-Ultimatum - Teheran lehnt Feuerpause ab

(Neu durchgeschrieben)
 
*Trump bekräftigte Ultimatum Dienstagabend US-Zeit
 
*"Ansonsten werden Kraftwerke und Brücken zerstört"
 
*Teheran lehnt Feuerpause ab
 
*IWF warnt vor weiteren Folgen für die Weltwirtschaft
 
Dubai/Washington, 06. Apr (Reuters) - US-Präsident
Donald Trump hält im Iran-Krieg nach eigenen Angaben an seinem
Ultimatum an die Regierung in Teheran bis Dienstagabend
(US-Zeit) zur Öffnung der Straße von Hormus fest. Die US-Armee
werde sämtliche Kraftwerke und Brücken des Landes zerstören,
sollte es bis dahin keine Einigung geben, sagte Trump am Montag
auf einer Pressekonferenz in Washington. Der Iran hatte zuvor
einen über Pakistan vermittelten US-Vorschlag für eine
Feuerpause zurückgewiesen und forderte stattdessen ein
dauerhaftes Ende des Krieges.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, die Antwort des Iran auf Trump umfasse zehn Punkte. Diese beinhalteten ein Ende der Kämpfe in der Region, ein Protokoll für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von Sanktionen. Der Iran hatte die für die weltweite Energieversorgung wichtige Meerenge nach einem Angriff der USA und Israels Ende Februar weitgehend blockiert.

Trump wies die Forderungen zurück. Er betonte, seine Frist (02.00 Uhr am Mittwochmorgen MESZ) sei endgültig. Jedes Kraftwerk im Iran werde ohne ein Abkommen brennen, explodieren und nie wieder nutzbar sein. Trump wies Kritik zurück, Angriffe auf die zivile Infrastruktur könnten Kriegsverbrechen darstellen. Mit Blick auf den Iran hatte er zudem von "Bastarden" und "Tieren" gesprochen. Trump bekräftigte auch frühere Kritik, die Nato, Australien, Japan und Südkorea hätten den USA in dem Krieg nicht geholfen.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth lobte auf der Pressekonferenz die Rettung eines im Iran abgeschossenen US-Piloten. Er verglich dessen Rettung mit der Auferstehung Jesu Christi. "Abgeschossen an einem Freitag, Karfreitag, versteckt in einer Höhle (...) den ganzen Samstag über und gerettet am Sonntag", sagte Hegseth. Der Pilot sei wie neugeboren.

Die Kämpfe in der Region dauerten am Montag an. Israelische Angriffe richteten sich gegen iranische Flughäfen und petrochemische Anlagen. Der Geheimdienstchef der Revolutionsgarden, Madschid Chademi, wurde iranischen Staatsmedien zufolge dabei getötet.

Der Iran und mit ihm verbündete Gruppen griffen ihrerseits Ziele in Israel sowie in Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Vier Menschen wurden bei einem Raketeneinschlag in der israelischen Küstenstadt Haifa getötet.

Die Entwicklung schürt Sorgen vor weiteren wirtschaftlichen Folgen. Der Preis für Öl die Nordsee-Sorte Brent stieg um rund ein Prozent auf 110 Dollar je Barrel. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristaline Georgieva, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, ohne den Krieg wäre sie für die Weltwirtschaft optimistischer gewesen. "Stattdessen führen nun alle Wege zu höheren Preisen und einem langsameren Wachstum." Selbst ein rasches Ende der Krieges und eine schnelle Erholung würden zu einer geringen Abwärtskorrektur der Wachstumsprognose und einer Aufwärtskorrektur der Inflationsprognose führen.

(Bericht aus verschiedenen Reuters-Büros. Geschrieben von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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