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07.04.2026 /14:51:03
HINTERGRUND-Neuer Speiseplan für Chinas Schweine - Abkehr von US-Soja

*China weltgrößter Abnehmer von Sojabohnen
 
*Ersatz von Soja Frage der nationalen Sicherheit
 
*Landwirte streben nach Kosteneinsparungen
 
- von Daphne Zhang und Lewis Jackson
Taizhou, 07. Apr (Reuters) - Der Krieg im Nahen Osten
sowie der Handelsstreit zwischen den USA und China schlagen sich
auch in den Futtertrögen von chinesischen Schweinezuchtbetrieben
nieder. Statt auf die gewohnten teuren Soja-Importe aus den USA
setzt die Volksrepublik immer stärker auf fermentiertes
Tierfutter aus heimischen Zutaten. Für die Regierung in Peking
ist die Reduzierung der Abhängigkeit eine Frage der nationalen
Sicherheit. Für die Landwirte ist es eine wirtschaftliche
Notwendigkeit angesichts hoher Sojapreise und einer
schwächelnden Nachfrage nach Schweinefleisch. Das Vorgehen ist
Teil einer umfassenderen Strategie Pekings, die heimischen
Kapazitäten in Schlüsseltechnologien zu stärken.

Peking treibt dabei den Einsatz neuer Technologien und die Förderung fermentierter Futtermittel schneller voran als bislang angenommen. Dies geht aus Interviews der Nachrichtenagentur Reuters mit Dutzenden Vieh- und Futtermittelproduzenten, Forschern und Branchenexperten hervor. Das Vorgehen in der Landwirtschaft spiegelt Pekings Kampagne wider, auch in strategischen Technologiebereichen wie Mikrochips und Künstlicher Intelligenz heimische Kapazitäten aufzubauen.

"In der Landwirtschaft ist das größte Ziel der chinesischen Politik derzeit die Reduzierung des Sojamehlverbrauchs", sagte Fu Zhenzhen, Futtermittelanalystin bei Beijing Orient Agribusiness Consultants. "Der direkteste Grund dafür ist der Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten", sagte sie. "Die Fermentierung ist entscheidend." Schweinezüchter sind nur ein Teil des Puzzles der Ernährungssicherheit in Peking, wenn auch ein wichtiger, da Schweinefleisch ein traditionelles Grundnahrungsmittel in China ist. Die Hälfte der weltweiten Schweinebestände lebt in der Volksrepublik.

"Die Sojapreise sind so instabil geworden", sagte etwa der 47-jährige Landwirt Gao Qinshan. Da die Branche bereits unter einem Überangebot und einer schwachen Verbrauchernachfrage leide, sei die Schweinehaltung unrentabel geworden. "Jeder überlegt, wie er Kosten senken kann."

China ist der weltgrößte Abnehmer von Sojabohnen und importierte 2024 die Ölsaat im Wert von 52,7 Milliarden Dollar, davon zwölf Milliarden aus den USA. Der Anteil von fermentiertem Futter ist in China von drei Prozent im Jahr 2022 auf aktuell acht Prozent gestiegen und dürfte bis 2030 rund 15 Prozent erreichen, prognostizieren Branchenexperten. Dies könnte China helfen, die Sojaimporte um bis zu 6,3 Prozent zu senken. Große Agrarkonzerne wie Muyuan Foods und New Hope Liuhe haben den Sojaanteil in ihrem Futter bereits reduziert. "China steht an der Spitze der Fermentationstechnologie", sagte Shambhu Nath Jha, Chefberater bei der Beratungsfirma Fact.MR.

Kritiker warnen jedoch vor den Herausforderungen. Es fehle ein standardisierter Ansatz, und einige befürchten, dass die Tiere langsamer wachsen und anfälliger für Krankheiten sein könnten. "Es gibt eine so große Nachfrage der Verbraucher nach besserem Fleisch, aber die Branche konzentriert sich nur darauf, die Kosten zu senken und das zu tun, was die Regierung will", sagte Ian Lahiffe, ein Landwirtschaftsberater in Peking. "Sie müssen darüber nachdenken, wie sie vermeiden können, die Tiergesundheit und den Fleischgeschmack zu opfern."

(geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte) Berichterstattung: Daphne Zhang und Lewis Jackson; Redaktion: Tony Munroe und Kevin Buckland)

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