Nachricht


07.04.2026 /12:24:39
Kamerun: Russland bestätigt Tod von 16 Kamerunern im Ukraine-Krieg

Dakar, 07. Apr (Reuters) - Russland hat nach kamerunischen Angaben den Tod von 16 Kamerunern im Krieg gegen die Ukraine bestätigt. Das Außenministerium des zentralafrikanischen Landes teilte dies am Montagabend im staatlichen Rundfunk mit. Es ist das erste Mal, dass sich die Regierung zu einer Beteiligung ihrer Bürger an dem Konflikt äußert. Die Familien der Toten wurden aufgerufen, sich mit den Behörden in der Hauptstadt Jaunde in Verbindung zu setzen.

In einer diplomatischen Note vom Montag, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, ist von "militärischen Auftragnehmern kamerunischer Nationalität" die Rede. Diese seien in einer Zone für militärische Spezialoperationen im Einsatz gewesen - ein Begriff, den Russland für den Krieg in der Ukraine verwendet. Weder aus der Mitteilung noch aus der Note geht hervor, wie die 16 Männer in russische Dienste gekommen sind. Zudem wurden keine Angaben zu Ort, Zeitpunkt und den genauen Umständen ihres Todes gemacht. Die russische Botschaft in Jaunde reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Die Regierung in Kiew hatte im Februar erklärt, dass mehr als 1700 Afrikaner für Russland kämpften. Analysten gehen jedoch von einer höheren Zahl aus. Russische Behörden weisen den Vorwurf der illegalen Rekrutierung afrikanischer Bürger zurück. In Kamerun hatte sich der Verteidigungsminister in einem internen Memo vom März 2025 besorgt darüber geäußert, dass Soldaten das Land verließen, um sich dem Krieg in der Ukraine anzuschließen. In dem Reuters vorliegenden Schreiben wies er die Kommandeure an, ihre Einheiten streng zu überwachen. Kamerun entsendet nach eigenen Angaben offiziell keine Truppen ohne internationales oder regionales Mandat ins Ausland und warnt seine Bürger vor der Teilnahme an fremden Konflikten.

(Bericht von Amindeh Blaise Atabong, bearbeitet von Kerstin Dörr, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.