| * Fallende | Kurse vor Fristablauf |
| * | Analyst: "In den nächsten 24 Stunden ist alles |
| vorstellbar" | |
| * | Steigende Ölpreise treiben Baumwolle an |
| * | Übernahmegebot beflügelt Universal Music |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street, Baumwolle) | |
| Frankfurt, 07. Apr (Reuters) - Das von US-Präsident | |
| Donald Trump | gestellte Ultimatum an den Iran hat die |
| Börsenanleger am Dienstag verunsichert. Der Dax <.GDAXI> notierte | |
| zum Handelsschluss am Dienstag gut ein Prozent tiefer bei | |
| 22.921,59 Punkten. Der EuroStoxx50 <.STOXX50E> büßte ein Prozent | |
| auf 5633,22 Zähler ein. Die wichtigsten | |
| US-Indizes <.SPX> <.IXIC> lagen zwischen 0,5 und 0,8 Prozent | |
| im Minus. "In den nächsten 24 Stunden ist alles vorstellbar, | |
| aber eine rasche Deeskalation ist unwahrscheinlich", sagte | |
| Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. | |
Trump hat dem Iran eine Frist bis 20.00 Uhr Ortszeit in Washington (Mittwoch, 02.00 Uhr MESZ) gesetzt, um die Blockade der Öllieferungen am Golf zu beenden. Der Iran zeigte zunächst keine Anzeichen, der Forderung nachzugeben. Damit droht die bislang größte Eskalation des Krieges mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur. Trump untermauerte seine Drohung am Dienstag: Sollte in den kommenden Stunden kein Abkommen zur Beendigung des Konflikts erzielt werden, werde "heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben", sagte er in Washington.
"Die Tonalität hat sich zuletzt wieder deutlich verschärft. Dies verstärkt die Sorgen der Anleger", kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Zugleich zeigte sich US-Vizepräsident JD Vance in Budapest zuversichtlich, dass die USA noch vor Ablauf des Ultimatums eine Antwort des Irans erhielten.
Die Ölpreise zogen indes weiter an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um knapp ein Prozent auf 110,84 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI <CLc1> stieg um gut drei Prozent auf 115,93 Dollar. Die rasante Teuerung bei Öl trieb den Baumwollpreis <CTK6> auf seinen höchsten Stand seit fast einem Jahr. Der Terminkontrakt für die Lieferung im Mai legte um bis zu 0,7 Prozent auf 72,15 Cent je Pfund zu. Höhere Ölpreise verteuern die Herstellung von Polyester, das als Ersatz für Baumwolle dient.
Die anhaltende Energiepreiskrise heizte auch die Furcht vor einer heraufziehenden Rezession im Euro-Raum an. Das Stimmungsbarometer für die Euro-Zone sackte im April um 16,1 auf minus 19,2 Zähler ab, wie die Beratungsfirma Sentix mitteilte. Dies ist das tiefste Niveau seit April 2025. Vor vier Wochen sei man noch von einem kurzen Krieg mit begrenzten Auswirkungen ausgegangen, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle.
Bei den Einzelwerten trieb unterdessen ein milliardenschweres Übernahmegebot die Aktien der Universal Music Group <UMG.AS> in der Spitze um 11,4 Prozent auf 19,06 Euro und befeuerte den Mediensektor <.SXMP>. Der US-Investor Bill Ackman will den weltgrößten Musikkonzern für rund 55,75 Milliarden Euro übernehmen. Seine Investmentfirma Pershing Square habe ein entsprechendes unverbindliches Angebot unterbreitet. Die Offerte aus Barmitteln und Aktien bewerte Universal Music mit 30,40 Euro je Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von knapp 60 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. UMG hat Künstler wie Taylor Swift oder Billie Eilish unter Vertrag.
Dagegen hinkten Tech-Aktien <.SX8P> hinterher. Die Furcht vor weiteren US-Ausfuhrbeschränkungen für China zog die Titel des Chipindustrie-Zulieferers ASML <ASML.AS> um 4,1 Prozent nach unten. Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Politikern hatte vergangene Woche einen Gesetzesvorschlag für weitere Restriktionen bei der Ausfuhr von Anlagen zur Chipherstellung nach China eingebracht. Das geplante Gesetz würde sich direkt auf die Lieferungen von DUV-Immersionsanlagen durch ASML nach China sowie auf die damit verbundenen Service-Einnahmen auswirken, teilten die Analysten von JP Morgan mit. Bestehende, mit den USA abgestimmte und von der niederländischen Regierung durchgesetzte Vorschriften hindern ASML bereits daran, seine modernsten Werkzeuge nach China zu liefern. ASML verkauft jedoch weiterhin ältere DUV-Anlagen an chinesische Chiphersteller. Das neue Gesetz würde dies verbieten.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)