Nachricht


07.04.2026 /15:20:48
FOKUS 2-Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul - Ein Toter

(weitgehend neu)
 
*Behörden: Vier Verletzte - Darunter zwei Polizisten
 
*Innenminister: Verbindungen zu religiöser Organisation
 
*US-Botschafter sieht Angriff auf Israel
 
Istanbul, 07. Apr (Reuters) - Bei einem Schusswechsel
vor dem israelischen Konsulat in Istanbul ist am Dienstag ein
Angreifer getötet worden. Zwei weitere Täter sowie zwei
Polizisten seien bei dem Vorfall im Finanzdistrikt der
türkischen Metropole verletzt worden, teilten die Behörden mit.
Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge fielen in der
Nähe eines Sicherheitskontrollpunkts vor dem Hochhaus, in dem
sich das Konsulat befindet, mindestens zehn Minuten lang
Schüsse. Auf Videoaufnahmen war ein Angreifer mit einem Rucksack
zu sehen, der zwischen geparkten Polizeibussen mit einem
Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe um sich schoss.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich keine israelischen Mitarbeiter in dem Gebäude befunden, erklärten türkische und israelische Behörden übereinstimmend. Die drei Angreifer hätten Verbindungen zu einer Organisation, die Religion instrumentalisiere, sagte der türkische Innenminister Mustafa Ciftci, ohne einen konkreten Namen zu nennen. Zwei der Täter seien Brüder. Sie seien in einem Mietwagen aus der Stadt Izmit angereist. Während die türkischen Behörden sich zunächst nicht zum Motiv äußerten, sprach der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, auf der Plattform X von einem gezielten Angriff auf das israelische Konsulat und verurteilte die Tat.

GAZAKRIEG BELASTET DIPLOMATISCHE BEZIEHUNGEN

Der Schusswechsel ereignete sich dem Istanbuler Gouverneur Davut Gul zufolge kurz nach Mittag in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße. Die beiden Polizisten seien dabei leicht verletzt worden, sagte er. Das israelische diplomatische Personal hatte die Türkei kurz nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas Ende 2023 aus Sicherheitsgründen verlassen. Der Konflikt hatte landesweit und insbesondere vor dem Konsulat zu propalästinensischen Protesten geführt. Seitdem wird das Gebiet weiträumig von schwer bewaffneter Polizei bewacht.

Die Türkei, die das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen scharf kritisiert, hatte ihren Botschafter im November 2023 aus Israel abgezogen. Die diplomatischen Beziehungen sind seither faktisch eingefroren. Politische Gewalt ist in der Türkei in den vergangenen Jahren weitgehend abgeklungen. In den Jahren 2015 und 2016 hatten islamistische, kurdische und linksextreme Gruppen als Ausläufer des syrischen Bürgerkriegs zahlreiche Anschläge verübt. Zuletzt waren Ende vergangenen Jahres bei Razzien gegen mutmaßliche Terrorzellen in der nordwesttürkischen Stadt Yalova drei Polizisten und sechs Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Die Zellen sollen Anschläge zu Weihnachten und Neujahr geplant haben.

(Bericht von Mehmet Emin Caliskan, Bulent Usta und Murad Sezer Bearbeitet von Alexander Ratz Redigiert von Sabine Ehrhardt Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.