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07.04.2026 /16:00:37
EU legt Preis für CO2-Zoll fest - Streit um Ausnahmen für Bauern

*EU legtersten Preis für CO2-Grenzzoll auf 75,36 Euro
fest
 
*Abgabe soll Produktion in der EU halten und Importe
verteuern
 
*Gebühren fallen für Importe ab 2026 an
 
*Frankreich fordert Aussetzung für Düngemittel
 
Brüssel, 07. Apr (Reuters) - Die EU-Kommission hat
erstmals den Preis für ihren neuen CO2-Grenzzoll festgelegt. Für
das erste Quartal liegt er bei 75,36 Euro, wie die Brüsseler
Behörde am Dienstag mitteilte. Mit diesem Schritt wird das
Klimaschutzinstrument, das bestimmte Einfuhren verteuern soll,
erstmals finanziell greifbar. Der Preis bezieht sich auf
Zertifikate für den sogenannten CO2-Grenzausgleichsmechanismus
(CBAM). Dadurch werden Abgaben auf die CO2-Emissionen bei der
Herstellung importierter Güter wie Stahl, Aluminium, Zement und
Düngemittel fällig. Dieser CO2-Ausgleich soll eine Verlagerung
der Produktion in Staaten mit geringeren Klimaauflagen
verhindern.

Unternehmen dient der nun erstmals festgelegte Referenzwert als Orientierung, wie viel Importeure für die CO2-Belastung bestimmter Waren an der EU-Grenze zahlen müssen. Die Gebühren für diese Importe fallen für Einfuhren ab Januar 2026 an. Dafür nötige Zertifikate müssen die Unternehmen erst 2027 erwerben.

AUSNAHMEN FÜR DÜNGEMITTEL-IMPORTE GEFORDERT

Über den neuen Zoll ist als Folge des Iran-Krieges bereits ein Streit entbrannt. Ende März wies die EU-Kommission eine Forderung unter anderem von Frankreich, Italien und Kroatien zurück, die Abgabe für importierte Düngemittel auszusetzen. Damit sollten Landwirte entlastet werden, die mit hohen Preisen zu kämpfen haben. Ein Aussetzen berge jedoch die Gefahr, die Abhängigkeit von Importen zu verschärfen, sagte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen. Frankreich verwies auf gestiegene Kosten durch Lieferunterbrechungen im Zuge des Iran-Krieges. Die Kommission will am 13. April mit der Industrie über Maßnahmen zur Unterstützung der europäischen Düngemittelproduktion beraten.

Das CBAM-System befindet sich seit Jahresanfang in seiner endgültigen Phase. Eine mehrjährige Übergangszeit mit reinen Berichtspflichten war Ende 2025 ausgelaufen. In diesem Jahr will die Kommission vier Quartalspreise veröffentlichen. Ab 2027 sollen die Preise wöchentlich bekanntgegeben werden. Der Preis für das zweite Quartal wird am 6. Juli erwartet.

(Bericht von Inti Landauro Geschrieben von Holger Hansen Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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