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07.04.2026 /19:04:39
FOKUS 3-US-Ultimatum an Iran drückt US-Börsen - Ausverkauf bleibt aus

* Steigende Ölpreise treiben Baumwolle an - Bitcoin fällt
 
*Aussicht auf höhere Zahlungen beflügelt
US-Krankenkassen
 
*Bericht über Probleme beim Falt-iPhone drückt
Apple-Aktie
 
(Neu:Öl, Baumwolle, Intel, Apple)
Frankfurt, 07. Apr (Reuters) - Das von US-Präsident
Donald Trump gestellte Ultimatum an den Iran belastet die
US-Börsen. Ein breiter Ausverkauf wenige Stunden vor dessen
Ablauf am Dienstagabend (Ortszeit) blieb jedoch aus. Der
Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste
S&P 500 <.SPX> notierten jeweils rund ein halbes Prozent tiefer
bei 46.443 und 6583 Punkten. Der Index der Technologiebörse
Nasdaq <.IXIC> verlor genauso viel auf 21.851 Zähler. "Angesichts
der Rhetorik von Präsident Donald Trump sind die Anleger zwar
nervös, die Märkte brechen aber nicht ein", sagte Peter
Cardillo, Chefökonom bei Spartan Capital Securities. "Die
Investoren warten darauf, was letztlich aus Trumps Drohungen
wird."

Trump hat dem Iran eine Frist bis 20.00 Uhr Ortszeit in Washington (Mittwoch, 02.00 Uhr MESZ) gesetzt, um die Blockade der Öllieferungen am Golf zu beenden. Der Iran zeigte keine Anzeichen, der Forderung nachzugeben. Damit droht die bislang größte Eskalation des Krieges mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur. Trump untermauerte seine Drohung am Dienstag: Sollte in den kommenden Stunden kein Abkommen erzielt werden, werde "heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben".

TEURES ÖL TREIBT BAUMWOLLPREISE AN

"Die Tonalität hat sich zuletzt wieder deutlich verschärft", resümierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Zugleich zeigte sich US-Vizepräsident JD Vance in Budapest zuversichtlich, dass die USA noch vor Ablauf des Ultimatums eine Antwort des Irans erhielten. "Das größere Risiko sind nicht die Schlagzeilen selbst, sondern wie die Anleger darauf reagieren", sagte Geschäftsführer und Chefanleger Brian Belski von Humilis Investment Strategies. Dem Experten zufolge zeigt die Vergangenheit, dass geopolitische Spannungen keine verlässliche Grundlage für langfristige Investmententscheidungen sind.

Die Ölpreise zogen indes weiter an. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der US-Sorte WTI <CLc1> stieg um gut zwei Prozent auf 114,85 Dollar. Die Nordseesorte Brent blieb stabil, doch selbst nach leichten Gewinnmitnahmen lag der Preis nur acht Prozent unter dem Vier-Jahres-Hoch vom Ende März. Die rasante Teuerung bei Öl trieb den Baumwollpreis <CTK6> auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr. Höhere Ölpreise verteuern die Herstellung von Polyester, das als Ersatz für Baumwolle dient.

Aus den Depots flog der Bitcoin <BTC=>, der gut zwei Prozent auf 68.349 Dollar einbüßte. Die umsatzstärkste Kryptowährung "fungiert derzeit als Frühindikator für die globale Risikostimmung", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.

Bei den Einzelwerten sprangen Aktien der Krankenversicherer Humana <HUM.N>, CVS <CVS.N> und UnitedHealth <UNH.N> um knapp sieben bis 10,5 Prozent nach oben. Die USA wollen die Zahlungen an Unternehmen aus der Branche, die das staatlich geförderte Gesundheitsprogramm Medicare Advantage anbieten, stärker erhöhen als erwartet.

Gefragt waren auch Broadcom <AVGO.O>, die gut vier Prozent zulegten. Der Chiphersteller hat Partnerschaften im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) mit der Alphabet <GOOGL.O>-Tochter Google und dem KI-Start-up Anthropic angekündigt.

Für Gesprächsstoff sorgte auch Intel <INTC.O>. Die Ankündigung einer Beteiligung am Chip-Fertigungsprojekt "Terafab" von Milliardär Elon Musk hievte die Papiere des US-Chipherstellers um rund 2,5 Prozent ins Plus.

Um fast vier Prozent nach unten ging es bei Apple <AAPL.O>. Bei der Entwicklung des ersten faltbaren iPhones seien mehr Probleme aufgetaucht als erwartet, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei Asia" unter Berufung auf Insider. Dies könnte die für die zweite Jahreshälfte 2026 geplanten ersten Auslieferungen verzögern.

(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



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