Berlin, 08. Apr (Reuters) - Die Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner fordert als Konsequenz aus den Iran-Äußerungen von US-Präsident Donald Trump die "unverzügliche" Schließung der US-Militärbasen in Deutschland und kritisiert Kanzler Friedrich Merz. "Der selbsternannte Außenkanzler Merz hat sich bislang vor allem durch politisches Duckmäusertum gegenüber Donald Trumps zerstörerischer Politik hervorgetan", sagte Schwerdtner am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Selbst dann, wenn Trump damit droht, eine ganze Zivilisation auszulöschen und damit eindeutig rote Linien überschreitet, bleiben klare Worte der Kritik aus Berlin aus", kritisierte die Linke-Co-Chefin. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung am Dienstag die Drohung Trumps nicht kommentieren wollte, dass im Iran durch US-Angriffe "eine ganze Zivilisation" untergehen könnte.
Dies sei "feige" und führe dazu, dass Deutschland in Konflikte hineingezogen und erpressbar werde, sagte die Chefin der oppositionellen Linken. "Eine souveräne europäische Politik muss der kriegstreibenden Linie Trumps entschlossen entgegentreten. Das bedeutet auch, dass US-Basen wie Ramstein unverzüglich geschlossen werden müssen", sagte Schwerdtner. Die EU müsse eine eigenständige Position in dem Konflikt einnehmen, wenn sie in der Welt bestehen wolle ? "eine, die auf Völkerrecht und Diplomatie beruht".
(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)