Düsseldorf, 08. Apr (Reuters) - Bei der Bundesnetzagentur sind im vergangenen Jahr so viele Beschwerden von Verbrauchern über die Deutsche Post und ihre Konkurrenten eingegangen wie nie zuvor. 55.395 Beschwerden seien 2025 bei der Bundesnetzagentur vorgebracht worden, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Im Vorjahr waren es noch rund 44.000. Unter anderem verschwundene, beschädigte oder zu spät zugestellte Briefe und Pakete monierten die Kunden. Beim Brief wurde allein über 30.000 Mal Kritik an der Zustellung geübt. Rund 90 Prozent der Beschwerden richteten sich gegen die Deutsche Post, die übrigen entfielen auf ihre Wettbewerber. Die Deutsche Post, Tochter des Logistikriesen DHL <DHLn.DE>, betonte, die Postversorgung in Deutschland funktioniere sehr gut. Der Anteil an Beschwerden und Eingaben bei der Netzagentur sei "gemessen an den immensen Sendungsmengen, die wir transportieren, weiter gering".
Die Bundesnetzagentur reguliert den Briefmarkt. Sie hat im Rahmen der Novelle des Postgesetzes mehr Befugnisse erhalten. Unter anderem muss sie der Höhe des Briefportos für Privatkunden zustimmen. Zahlen der Behörde zufolge sinken die Sendungsmengen im Briefbereich kontinuierlich. Im Jahr 2025 waren es bei der Post knapp über acht Milliarden Briefe, 2024 noch knapp neun Milliarden Sendungen. Über eine Milliarde Briefe wurden von Wettbewerbern befördert.
(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)