Frankfurt, 08. Apr (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
14.45 Uhr - Aktien von Levi Strauss <LEVI.N> legen im vorbörslichen US-Geschäft um rund zwölf Prozent zu. Der Jeans-Hersteller verzeichnete im ersten Quartal das stärkste Wachstum seit fast vier Jahren, insbesondere dank einer starken Nachfrage nach Jeans-Modellen mit weitem Baggy-Schnitt. Der Umsatz kletterte insgesamt um 14 Prozent, da Levi's höhere Preise durchsetzen und so die Belastungen durch US-Zölle abfedern konnte. "Uns gefällt die führende Position von Levi's im Bereich Premium-Denim, die Konzentration auf eine disziplinierte Arbeitsweise und einheitliche Produktlinien sowie die fortgesetzte Produkt- und Lifestyle-Innovation", sagte TD Cowen-Analyst Oliver Chen.
14.15 Uhr - Die Forderungen eines aktivistischen Investors stützen die Aktien des US-Impfstoffherstellers Novavax <NVAX.O>. Die Titel steigen vorbörslich um 4,6 Prozent. Der Großaktionär Shah Capital kündigte an, auf der anstehenden Hauptversammlung gegen die Wiederwahl der Verwaltungsratsmitglieder und das Vergütungspaket für die Führungskräfte zu stimmen. In einem Brief forderte Shah-Gründer Himanshu Shah Novavax auf, Kosten zu senken und zwischen zehn und 20 Millionen Aktien zurückzukaufen. Zudem kritisierte er die Partnerschaft mit Sanofi <SASY.PA>. Man sei "überrascht und frustriert" darüber, dass Sanofi die Veröffentlichung der Studienergebnisse für den gemeinsam entwickelten Covid-Influenza-Impfstoff weiter verzögere. Shah Capital ist mit einem Anteil von rund neun Prozent der zweitgrößte Aktionär von Novavax und drängt den Verwaltungsrat seit Längerem zu strategischen Änderungen, einschließlich eines möglichen Verkaufs.
14.00 Uhr - Die Erholungswelle an den Aktienmärkten treibt auch die Rüstungswerte an. Der europäische Sektorindex <.SXPARO> steigt um 6,7 Prozent und damit so stark wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Im vergangenen Monat hatte er rund 8,5 Prozent eingebüßt, da europäische Staaten eine Teilnahme an dem Krieg der USA und Israels gegen Iran verweigert hatten. Grundsätzlich sei aber mit steigenden Verteidigungsausgaben zu rechnen, was der Branche zugute komme, sagte ein Händler.
12.55 Uhr - Die Aufbruchstimmung an den Börsen nach der Ankündigung einer Waffenruhe im Iran-Krieg beflügelt die Aktien großer US-Finanzinvestoren. Die Papiere von Blue Owl <OWL.N>, Apollo Global <APO.N>, Blackstone <BX.N> und KKR <KKR.N> legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um knapp drei bis vier Prozent zu. Vermögensverwalter profitieren in der Regel von erhöhter Risikobereitschaft der Anleger, da steigende Aktienkurse den Wert ihrer Portfolios erhöhen. Dennoch liegen die Titel von Blue Owl und seinen Rivalen zwischen rund 30 und 45 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Seit einer Welle von Mittelabzügen aus sogenannten Private-Credit-Fonds stehen die Unternehmen stark unter Druck. Dabei handelt es sich um Darlehen, die von Finanzinvestoren an Unternehmen vergeben werden, die für traditionelle Banken als zu riskant gelten. Als Hauptrisiko gilt laut Analysten die hohe Konzentration auf Softwarefirmen in den Portfolios der Fonds. Viele Marktteilnehmer fürchten, dass KI-Tools bisherige Geschäftsmodelle in der Branche untergraben könnten.
09.15 Uhr - An den Geldmärkten wird nicht mehr mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits in diesem Monat gerechnet. Dafür wird nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent eingepreist. Am Dienstag und damit vor Verbreitung der Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump einer zweiwöchigen Feuerpause mit dem Iran zugestimmt hat, waren die Chancen auf eine Erhöhung im April noch auf 60 Prozent taxiert worden.
08.25 Uhr - Die Ankündigung eines Waffenstillstandes im US-Iran-Krieg hat die Ölpreise einbrechen lassen. Nordsee-Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI <CLc1> verbilligen sich um jeweils fast 15 Prozent auf 93,92 und 95,70 Dollar je Fass (159 Liter). Die Preise erreichen damit den tiefsten Stand seit fast einem Monat. Weniger als zwei Stunden vor Ablauf eines von ihm gesetzten Ultimatums stimmte US-Präsident Donald Trump einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran zu. Bedingung für die Waffenruhe sei, dass der Iran seine Blockade der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus aufhebt, teilte Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social mit. Experten zeigen sich jedoch vorsichtig. "In Normalzeiten passieren rund 135 Schiffe täglich die Meerenge. Die Wiederaufnahme des Verkehrs wird selbst bei zügiger Umsetzung nur schrittweise erfolgen", schreiben die Analysten der LBBW. Damit blieben Lieferkettenstörungen und temporäre Engpässe an den Energie- und Gütermärkten ein relevantes Risiko.
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