| * | Angriffe auf Beirut | |
| * | Wadephul bittet israelischen Kollegen um Zurückhaltung | |
| * | Schon mehr als 1200 Tote | |
| Jerusalem/Berlin, 08. Apr (Reuters) - Ungeachtet der | ||
| Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran weitet Israel seine | ||
| Angriffe im Libanon aus. Die jüngsten Bombardierungen Israels | ||
| seien die schwersten, die der Libanon seit Beginn des Krieges | ||
| zwischen der Hisbollah und Israel Anfang März erlebt habe, sagte | ||
| eine libanesische Sicherheitsquelle gegenüber Reuters am | ||
| Mittwoch. Eine libanesische Quelle im Zivilschutz sprach von | ||
| Dutzenden Opfern bei Angriffen auf die Hauptstadt Beirut. Das | ||
| israelische Militär betonte, man greife Stellungen der | ||
| radikal-islamischen Hisbollah an. Der libanesische Außenminister | ||
| Yossef Rajji erklärte, sein Land sei bereit zu Verhandlungen mit | ||
| Israel. Bundesaußenminister Johann Wadephul bat seinen | ||
| israelischen Kollegen Gideon Saar nach Angaben eines Sprechers | ||
| um Zurückhaltung. | ||
Mehrere Bombenanschläge erschütterten die Hauptstadt Beirut und hüllten den Himmel in Rauch. Bei einem der Angriffe auf ein dicht besiedeltes Viertel kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, wie eine Sicherheitsquelle mitteilte. Blutüberströmt und verletzt ließen Menschen in der Hauptstadt Beirut ihre Autos im Verkehr stehen und begaben sich zum nächstgelegenen Krankenhaus, wie Augenzeugen von Reuters berichteten.
Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar hatte die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee marschierte danach im Südlibanon ein und will das Grenzgebiet auf libanesischer Seite unbewohnbar machen. In den Dörfern nahe der gemeinsamen Grenze sollten alle Häuser zerstört werden, hatte Verteidigungsminister Israel Katz vergangene Woche angekündigt. Ziel seien Verwüstungen wie im Gazastreifen. Die rund 600.000 aus dem Süden des Nachbarlandes geflohenen Menschen dürften erst in ihre Heimat zurückkehren, wenn der Norden Israels wieder sicher sei. Zudem bekräftigte der Minister die Pläne, nach dem Ende des Krieges eine Pufferzone im Südlibanon einzurichten. Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hisbollah am 2. März sind im Libanon mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben und 1200 getötet worden.
Außenminister Wadephul hat seinen israelischen Kollegen nach Angaben eines Sprechers in einem Gespräch aufgefordert, "dass sich Israel auf die notwendige Selbstverteidigung gegen die Hisbollah beschränkt und nicht darüber hinausgeht". Ziel müsse es sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln.
Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte ebenfalls ein Ende der Kämpfe im Libanon. "Hier sind die Bundesregierung und die Europäische Union besonders gefordert, den politischen Druck zu erhöhen ? auch auf den israelischen Premierminister ?, um gemeinsam mit der libanesischen Regierung den Weg zu einer nachhaltigen Lösung zu ebnen", sagte er zu Reuters.
(Bericht von Reuters-Büros, Andreas Rinke; redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)