München, 08. Apr (Reuters) - D eutsche-Bank <DBKGn.DE>-Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts wird zum Einkommensmillionär. Seine jährliche Vergütung steigt künftig auf bis zu 1,4 Millionen Euro, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 28. Mai in Frankfurt hervorgeht. Der Aufsichtsratschef der größten deutschen Bank ist mit 950.000 Euro schon jetzt Deutschlands bestbezahlter Aufsichtsrat. Seine Grundvergütung soll auf 1,15 Millionen Euro steigen, zudem soll er anders als bisher auch gesondert für den Vorsitz in Ausschüssen des Aufsichtsrats entlohnt werden. Der 65-jährige Niederländer sitzt derzeit dem Präsidial- und dem Nominierungsausschuss vor, wofür künftig 150.000 und 100.000 Euro fällig werden.
Auf Platz zwei in der Vergütungs-Rangliste für Dax <.GDAXI>-Aufsichtsräte lag im vergangenen Jahr der scheidende Chef des Allianz <ALVG.DE>-Aufsichtsgremiums, Michael Diekmann, mit 758.000 Euro.
Wynaendts ist seit vier Jahren Chef des Deutsche-Bank-Aufsichtsrats. Er steht in diesem Jahr zur Wiederwahl. Die Hauptversammlung des Institus findet erstmals seit sieben Jahren wieder in Präsenz in der Frankfurter Messe statt. "Den nun eingeläuteten turnusmäßigen Wechsel zwischen Präsenz- und virtuellem Format halten wir für gut geeignet, um die Vorzüge beider Varianten in Einklang zu bringen", sagte Wynaendts.
Auch die übrigen Aufsichtsräte der Deutschen Bank bekommen dem Beschlussvorschlag zufolge mehr Geld: Für die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Gremiums steigt die feste Vergütung um 75.000 auf 550.000 Euro, für die übrigen Mitglieder um 50.000 auf 350.000 Euro. Die Bank begründet die kräftigen Erhöhungen damit, dass sie mit ihren bisherigen Vergütungen "auf dem internationalen Markt für qualifizierte Kandidaten für den Aufsichtsrat nicht ausreichend konkurrenzfähig" sei, vor allem im Vergleich mit ähnlich großen und komplexen Instituten. Das habe auch die Suche nach geeigneten Kandidaten für das Gremium gezeigt.
Neu in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einziehen soll der Vorstandschef des Konsumgüterkonzerns Henkel <HNKG.DE>, Carsten Knobel. Er soll den ehemaligen Volkswagen <VOWG.DE>-Manager Frank Witter ersetzen, der nach fünf Jahren nicht mehr antritt.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)