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08.04.2026 /18:00:46
ProSiebenSat.1 stellt Weichen für schlankere Führung und neue Finanzmittel

Berlin, 08. Apr (Reuters) - ProSiebenSat.1 <PSMGn.DE> will seinen Aufsichtsrat verkleinern und zugleich dessen Vergütung senken. Das Kontrollgremium soll von neun auf sieben Mitglieder verschlankt werden, wie der TV-Konzern am Mittwoch mitteilte. Dies schlagen demnach Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären zur Abstimmung auf der virtuellen Hauptversammlung am 20. Mai vor. Der Schritt sei Teil der Bemühungen, die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken.

Hintergrund des Vorschlags ist das Ausscheiden von zwei Mitgliedern aus dem Gremium. Die Aufsichtsrätin Katrin Burkhardt legt ihr Amt nieder und der stellvertretende Vorsitzende Cai-Nicolas Ziegler stellt sich nicht zur Wiederwahl. Die beiden gelten neben der Aufsichtsratschefin Maria Kyriacou in der Branche als die letzten verbliebenen neutralen Mitglieder des Gremiums. Die anderen werden eher dem Dunstkreis des neuen Mehrheitseigners MFE-MediaForEurope zugeordnet. Die von der Familie des verstorbenen italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Firma hält gut 75 Prozent an ProSiebenSat.1.

Zur Wahl für das künftig siebenköpfige Gremium werden Katharina Behrends, Michael Eifler, Thomas Ingelfinger und Simone Sole vorgeschlagen. Die Aufsichtsratsvorsitzende Kyriacou sagte, die geplante Verkleinerung spiegle das klare Bekenntnis zu einer schlankeren und agileren Organisation wider.

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung stehen zudem Kapitalmaßnahmen. So sollen die Aktionäre über neues genehmigtes Kapital, eine Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelanleihen/Optionsanleihen von bis zu 700 Millionen Euro sowie über ein neues Aktienrückkaufprogramm entscheiden. Der Konzern will sich damit finanzielle Flexibilität verschaffen, um strategische Chancen rasch nutzen und die laufende Transformation unterstützen zu können.

(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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