Dubai/Beirut/Islamabad, 09. Apr (Reuters) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt Friedensgespräche mit dem Libanon an und beseitigt damit eine zentrale Hürde bei den Verhandlungen der USA mit dem Iran. Er habe das Kabinett angewiesen, diese so schnell wie möglich aufzunehmen, teilte Netanjahu am Donnerstag mit. Im Zentrum der Verhandlungen stünden die Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und der Aufbau friedlicher Beziehungen. Der Iran hatte erklärt, die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon verletzten die mit den USA vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Dadurch würden die für Samstag in Pakistan geplanten Verhandlungen mit den USA sinnlos.
Netanjahu begründete seine plötzliche Verhandlungsbereitschaft mit wiederholten Bitten aus Beirut. Die Ankündigung folgt auf die schwersten israelischen Bombardements im Libanon seit Kriegsbeginn mit mehr als 250 Toten am Mittwoch. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte lediglich, er arbeite an einer diplomatischen Lösung des Konflikts mit Israel. Ein ranghoher libanesischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sein Land dringe auf eine befristete Waffenruhe, um Gespräche mit Israel zu ermöglichen. Dabei seien die USA als Vermittler unerlässlich.
Bislang haben die USA und Israel bestritten, dass die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe auch für den Libanon gilt. Dagegen pochen die Islamische Republik und das als Vermittler agierende Pakistan darauf, dass die Feuerpause auch für den Libanon und damit für die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz greift.
Wegen der israelischen Angriffe im Libanon hält der Iran seine Blockade der Straße von Hormus aufrecht, was zu beispiellosen Störungen der weltweiten Energieversorgung führt. In den ersten 24 Stunden der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA passierten lediglich ein Öltanker und fünf Frachter die Meerenge, wie aus Schifffahrtsdaten hervorging. Vor dem Krieg waren es täglich rund 140 Schiffe, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportierten.
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War with Iran disrupts ship traffic through the Strait of Hormuz
https://www.reuters.com/graphics/IRAN-CRISIS/egpbelagkvq/chart.png
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(Bericht von Parisa Hafezi, Maya Gebeily und Ariba Shahid, geschrieben von Hans Busemann Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)