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09.04.2026 /10:16:12
Ifo: Mehr Selbstständige wollen investieren - Stimmung aber im Keller

Berlin, 09. Apr (Reuters) - Trotz einer Eintrübung der Geschäftserwartungen will mehr als jeder fünfte Selbstständige in diesem Jahr seine Investitionen erhöhen. Rund 21 Prozent planen höhere Ausgaben, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu einer Umfrage mitteilte. Im November 2025 waren es noch 18,2 Prozent. Gleichzeitig trübte sich das Geschäftsklima für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen im März jedoch deutlich ein. Der Index dazu sank auf minus 20,8 Punkte von minus 16,5 Zählern im Februar. "Die Investitionsbereitschaft legt leicht zu, doch für einen nachhaltigen Aufschwung brauchen Selbständige verlässliche und planbare Rahmenbedingungen", sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Knapp die Hälfte der Befragten (47,1 Prozent) will im gleichen Umfang investieren wie im Vorjahr. Der Anteil derer, die ihre Investitionen kürzen wollen, sank von 36,3 auf 31,9 Prozent. Dennoch bleiben die Pläne der Selbstständigen hinter der übrigen deutschen Wirtschaft zurück, wie Demmelhuber erklärte. Dort planen aktuell 28,4 Prozent der Firmen, ihre Investitionen auszuweiten. Zugleich nahm die Unsicherheit unter den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen zu. 36,4 Prozent gaben an, Schwierigkeiten bei der Einschätzung ihrer künftigen Geschäftsentwicklung zu haben, nach 32 Prozent im Vormonat.

Eine wichtige Voraussetzung für Investitionen ist die Finanzierung. Hierbei verbesserte sich der Kreditzugang für Selbstständige der Umfrage zufolge deutlich. Der Anteil derer, die von Schwierigkeiten berichteten, ging auf 34,6 Prozent zurück, von 47,6 Prozent im Vorquartal. Allerdings blieb der Anteil der Befragten, die überhaupt Kreditverhandlungen führen, mit 10,5 Prozent gering. Er lag damit wesentlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft mit 26,4 Prozent.

(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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