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| * | Kritik aus Frankreich, Spanien, Großbritannien und von | ||
| der EU | |||
| * | Waffenruhe soll auch für Libanon gelten | ||
| * | Vier libanesische Soldaten getötet | ||
| Madrid/Paris, 09. Apr (Reuters) - Europäische | |||
| Regierungen haben Israel aufgefordert, die massiven Angriffe auf | |||
| den Libanon zu beenden. Sowohl Spanien, Großbritannien, | |||
| Frankreich als auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnten | |||
| am Donnerstag, die zwischen USA und Iran ausgehandelte | |||
| Waffenruhe auch auf den Libanon zu übertragen. Spaniens | |||
| Außenminister José Manuel Albares warf Israel vor, mit den | |||
| Luftangriffen gegen das Völkerrecht und die zweiwöchige | |||
| Waffenruhe im Nahen Osten verstoßen zu haben. Auch der | |||
| französische Außenminister Jean-Noel Barrot betonte, dass die | |||
| zwischen den USA und Iran vereinbarte Waffenruhe für den Libanon | |||
| gelten müsse - diese Interpretation hatte Israels | |||
| Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zuvor zurückgewiesen. Die | |||
| britische Außenministerin Yvette Cooper bezeichnete Israels | |||
| Bombardierung des Libanon als "zutiefst schädlich". | |||
Frankreich verurteile die "massiven" israelischen Angriffe vom Vortag, sagte Barrot. Der Iran wiederum müsse aufhören, die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon zu unterstützen. Diese hatte am Mittwoch nach der Verkündung der Waffenruhe ihre Angriffe auf Israel eingestellt, feuerte aber am Donnerstagmorgen wieder Raketen Richtung Israel ab. Die israelische Regierung gab unterdessen bekannt, dass sie in der Nacht bei einem Angriff auf Beirut den Neffen von Naim Qassem, dem Anführer der vom Iran unterstützten Hisbollah-Gruppe, getötet habe. Die libanesische Armee meldete, dass vier Soldaten durch israelische Angriffe getötet worden seien.
Die Reaktion der anderen Europäer unterscheidet sich von der der Bundesregierung, die die israelische Regierung am Mittwoch nur zur Mäßigung und zum Handeln im Rahmen der Selbstverteidigung aufgerufen hatte. Israels Militär will im Süden Libanons eine dauerhafte "Pufferzone" einrichten. Es hat die dort lebende libanesische Bevölkerung vertrieben und will alle Gebäude systematisch zerstören.
Kritisiert werden aber jetzt vor allem die Angriffe vom Mittwoch. Israels Streitkräfte betonten, Stellungen der Hisbollah angegriffen zu haben. Die libanesische Regierung sprach davon, dass mehr als 250 Menschen getötet wurden. "Gestern haben wir gesehen, wie Israel unter Missachtung des Waffenstillstands und unter Verstoß gegen das Völkerrecht Hunderte von Bomben auf den Libanon abgeworfen hat", sagte der spanische Außenminister Albares vor den Abgeordneten im Unterhaus. Seine britische Kollegin Cooper sagte: "Die Eskalation, die wir gestern von Israel aus gesehen haben, war zutiefst schädlich, und wir wollen ein Ende der Feindseligkeiten sehen."
Der israelische Ministerpräsident Netanjahu steht innenpolitisch unter Druck, weil ihm die Opposition vorwirft, mit dem Iran-Krieg keines der gesetzten Ziele erreicht zu haben - und nun auch nicht mehr bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran eingebunden zu sein. Seit Beginn der israelischen Offensive gegen die Hisbollah am 2. März sind im Libanon mehr als 1,2 Millionen Menschen vertrieben und 1200 getötet worden.
(Bericht David Latona, Inti Landauro, Muvija M, Andreas Rinke Redigiert von Sabine Ehrhardt; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)