| * Ölpreise steigen wieder - US-Preisdaten im Blick | |
| * | Übernahmespekulationen treiben "Jack Daniels"-Macher an |
| * | KI-Cloudfirma CoreWeave erhält Multimilliarden-Auftrag |
| von Meta | |
| * | Milliardenumsatz im KI-Geschäft beflügelt Amazon |
| (Neu: Brown-Forman, Constellation Brands, Amazon) | |
| Frankfurt, 09. Apr (Reuters) - Die Hoffnung auf eine | |
| diplomatische Lösung im Iran-Krieg hat die Wall Street nach | |
| anfänglichen Verlusten ins Plus gehievt. Der | |
| Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste | |
| S&P 500 <.SPX> notierten am Donnerstag jeweils gut ein halbes | |
| Prozent höher bei 48.248 und 6823 Punkten. Der Index der | |
| Technologiebörse Nasdaq <.IXIC> gewann in etwa genauso viel auf | |
| 25.234 Zähler. "Die Abkehr von einer drohenden weiteren | |
| Eskalation im Iran hin zu einem diplomatischeren Kurs hat die | |
| Märkte zumindest teilweise beruhigt", sagte Charlie Ripley, | |
| Stratege bei Allianz Investment Management. | |
Im früheren Handelsverlauf hatten die US-Börsenbarometer um jeweils rund ein halbes Prozent nachgegeben. Mit den schwersten Angriffen auf den Libanon seit Kriegsbeginn hatte Israel in der Nacht die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Feuerpause mit dem Iran in Gefahr gebracht. Die Attacken verletzten nach Darstellung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian die mit den USA vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt jedoch Friedensgespräche mit dem Libanon an und beseitigt damit eine zentrale Hürde bei den Verhandlungen der USA mit dem Iran. Er habe das Kabinett angewiesen, diese so schnell wie möglich aufzunehmen, teilte Netanjahu am Nachmittag (MESZ) mit.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um rund ein halbes Prozent auf 95,01 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für US-Öl WTI <CLc1> stieg um gut zwei Prozent auf 96,29 Dollar. Anleger fürchten, dass Öl- und Flüssiggaslieferungen durch die strategisch wichtige Wasserstraße von Hormus weiterhin eingeschränkt bleiben werden. Seit Kriegsbeginn sind die Ölpreise um rund 40 Prozent angestiegen.
Zudem wächst die Sorge, dass die gestiegene Inflation sich bald stärker in den Wirtschaftsdaten niederschlagen wird. "Die Öl-, Gas- und Energiepreise dürften auch in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben, unter anderem auch durch Logistikprobleme und zerstörte Kapazitäten", schrieben die Experten des Vermögensverwalters DJE Kapital. Dies dürfte die Weltwirtschaft beeinträchtigen.
Nun blicken Anleger auf den offiziellen US-Inflationsbericht für März, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Teuerungsraten und die Zinspolitik der Notenbank stellten die Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem der Spirituosenkonzern Brown-Forman <BFb.N> mit einem Kurssprung von 14,6 Prozent. Der Rivale Sazerac prüft laut einem Medienbericht eine Übernahme des Anbieters von "Jack Daniel's"-Whiskey.
Auch der jüngste Geschäftsbericht des "Corona"-Bier-Anbieters Constellation Brands <STZ.N> kommt bei den Anlegern insgesamt gut an. Die Titel stiegen trotz eines pessimistischen Ausblicks um rund sieben Prozent.
Gefragt waren ebenfalls die Papiere von CoreWeave <CRWV.O>. Der Cloud-Anbieter hat einen milliardenschweren Auftrag von Meta <META.O> erhalten. Die CoreWeave-Aktien stiegen nach der Ankündigung um 6,6 Prozent.
Anleger griffen auch bei Amazon <AMZN.O> zu, was die Titel um 4,5 Prozent nach oben trieb. Der Online-Händler und Cloud-Anbieter hatte einen Milliardenumsatz für sein KI-Geschäft offengelegt.
Um vier Prozent nach unten ging es hingegen für Applied Digital <APLD.O>. Erhöhte Kosten vergrößerten die Verluste des Datenzentren-Betreibers im dritten Quartal.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)