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09.04.2026 /21:33:26
Insider: Trump verlangt von Nato-Staaten rasche Zusagen für Straße von Hormus

09. Apr (Reuters) - Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die europäischen Bündnispartner Insidern zufolge auf rasche Zusagen zur Sicherung der Straße von Hormus eingeschworen. US-Präsident Donald Trump fordere innerhalb weniger Tage konkrete Selbstverpflichtungen, sagten drei Diplomaten am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Rutte hatte sich am Mittwoch im Weißen Haus mit Trump getroffen, der mit einem Austritt aus der 32 Länder umfassenden Militärallianz gedroht hatte. Trump wirft den Europäern vor, sich auf US-Sicherheitsgarantien im Rahmen der Nato zu verlassen, die amerikanisch-israelischen Luftangriffe im Iran aber unzureichend zu unterstützen.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs stehen nun unter Druck, Pläne für die Meerenge vorzulegen, die der Iran faktisch blockiert hat. Mehrere europäische Verbündete erklärten sich zwar zur Hilfe bereit, machten dies jedoch von einer dauerhaften Einstellung der Feindseligkeiten und der Zusage der Regierung in Teheran abhängig, dass ihre Schiffe nicht angegriffen werden. Großbritannien führt derzeit eine Gruppe von etwa 40 Ländern an, um einen militärischen und diplomatischen Plan zur Wiedereröffnung der Meerenge auszuarbeiten. Trump zeigte sich nach dem Treffen mit Rutte jedoch unversöhnlich: "Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Feuerpause für die Angriffe auf den Iran angekündigt. Die Folgen des Konflikts belasten das Bündnis jedoch weiterhin schwer. "Wir nehmen den Frust in Washington zur Kenntnis, aber sie haben die Verbündeten weder vor noch nach Beginn dieses Krieges konsultiert", sagte einer der Diplomaten. Die Nato als solche werde in dem Krieg keine Rolle spielen, die Verbündeten wollten aber bei der Suche nach langfristigen Lösungen für Hormus helfen. Überschattet wird die Debatte zudem von weiteren Spannungen: So hatte Trump im Januar seine Drohungen verschärft, Grönland vom Nato-Partner Dänemark zu übernehmen.

(Bericht von Lili Bayer, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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