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10.04.2026 /05:30:00
US-Iran-Waffenruhe bleibt vor Gesprächen fragil - Streit um Hormus und Libanon

Jerusalem/Beirut/Islamabad, 10. Apr (Reuters) - Die am Dienstag vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran erweist sich am Tag vor den geplanten Friedensgesprächen in Pakistan als äußerst fragil. Der Fortschritt des Abkommens wird durch anhaltende Kampfhandlungen im Libanon sowie einen neuen Streit um die Blockade der Straße von Hormus gefährdet. US-Präsident Donald Trump warf der Führung in Teheran in der Nacht zum Freitag vor, die Durchfahrt von Ölschiffen weiterhin zu behindern, und warnte den Iran davor, Gebühren von Tankern zu verlangen. Zugleich belasten neue militärische Auseinandersetzungen die Lage: Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben am frühen Freitag zehn Raketenabschussrampen im Libanon an, während die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz eine Rakete auf die nordisraelische Stadt Haifa abfeuerte.

Ein zentraler Grund für die Fragilität ist die unterschiedliche Auslegung des Abkommens. Während die USA und Israel betonen, der Libanon sei von der Waffenruhe ausgenommen, bezeichnen der Iran und das Vermittlerland Pakistan das Land als untrennbaren Bestandteil der Vereinbarung. Der oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Modschtaba Chamenei, kündigte am Donnerstag Vergeltung für die Angriffe auf sein Land an. Ein weiterer Streitpunkt ist die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg ein Fünftel der weltweiten Öltransporte floss. Das Schiffsaufkommen lag am Donnerstag bei weit unter zehn Prozent des normalen Volumens. Einem Bericht der Zeitung "Financial Times" zufolge will der Iran während der Waffenruhe Durchfahrtsgebühren in Kryptowährungen erheben. Trump schrieb dazu auf der Plattform Truth Social: "Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben!" Das Öl werde mit oder ohne die Hilfe des Iran wieder fließen.

Der Konflikt hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Die aktuelle Feuerpause war nur Stunden vor Ablauf eines Ultimatums zustande gekommen. Trump hatte für diesen Fall mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken sowie der Zerstörung einer "ganzen Zivilisation" gedroht. Unabhängig von den US-iranischen Verhandlungen am Samstag in Pakistan zeichnen sich separate Gespräche zwischen Israel und dem Libanon ab, die israelischen Regierungskreisen zufolge in der kommenden Woche in Washington stattfinden sollen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die Verhandlungen würden sich auf die Entwaffnung der Hisbollah konzentrieren. Ein Vertreter der Miliz lehnte direkte Gespräche mit Israel jedoch ab und forderte als Vorbedingung eine sofortige Waffenruhe.

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War with Iran disrupts ship traffic through the Strait of Hormuz

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(Bericht von Parisa Hafezi, Maya Gebeily, Maayan Lubell und Ariba Shahid, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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